FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Aktienmärkte erholen sich bis Freitagmittag von den zu Handelsauftakt eingefahrenen Verlusten und drehen zum Teil sogar ins Plus. Börsianer führen allerdings lediglich technische Gründe ins Feld, fundamental dominiere weiter die Furcht vor einem Auseinanderbrechen des Gemeinsamen Währungsgebiets. Der Euro-Stoxx gewinnt 0,2 Prozent auf 2.152 Punkte, für den DAX geht es hingegen um 0,4 Prozent auf 6.284 Punkte nach unten. Stärker als der Gesamtmarkt geben zyklische Papiere nach, die im deutschen Leitindex stark repräsentierten Automobilwerte verbilligen sich im Schnitt um 1,8 Prozent, Grundstoffaktien um 1,5 Prozent.
Für die neuerliche Panikattacke am Morgen gab es gleich zwei Auslöser: So hat Fitch die Bonität Griechenlands von "B-" auf "CCC" herabgestuft. Vor allem das Wahlergebnis vom 6. Mai gebe Anlass zur Sorge, argumentierte die Ratingagentur. Noch dazu hat der Konkurrent Moody's die Kreditwürdigkeit von gleich 16 spanischen Banken gesenkt. Dessen ungeachtet steigen BBVA in Madrid um 3,8 Prozent auf 4,95 Euro, Santander um 2,8 Prozent auf 4,57 Euro. Der Tageszeitung Cinco Dias zufolge wollen die Kreditinstitute des Landes den Regulierer dazu bewegen, zeitlich befristet das Wetten auf fallende Kurse von Bankaktien zu untersagen. "Das hat dann zu einer Schließung von Leerpositionen geführt", so ein Aktienhändler.
Auch Umfrage aus Athen sorgt für etwas Entspannung
Allerdings machen Börsianern zufolge auch Spekulationen auf eine konzertierte Aktion der Notenbanken zur Stabilisierung der Lage die Runde. Als Silberstreifen werten Marktteilnehmer auch, dass einer Umfrage zufolge erstmals seit dem jüngsten Urnengang in Hellas wieder die konservative Nea Dimokratia in der Wählergunst vor der linksradikalen Syriza-Partei liegt. "Das ist eine gute Nachricht, weil sie signalisiert, dass die Griechen zunehmend verstehen, dass die nächste Wahl auch eine Entscheidung über die Zusammenarbeit mit den Geberländern ist. Allerdings liegt die Betonung auf 'eine' gute Nachricht", so Lutz Karpowitz, Devisenanalyst bei der Commerzbank.
Auch der Euro macht wieder etwas vom zuvor zum Dollar preisgegebenen Territorium gut und die als sicherer Hafen geltenden deutschen Bund-Futures fallen leicht vom am Morgen markierten neuen Allzeithoch bei 144,06 Prozent zurück. Auch die Renditen der Staatsanleihen aus der Peripherie des Euroraums sinken leicht, für zehnjährige spanische Schuldtitel geht es um 10 Basispunkte auf 6,16 Prozent nach unten, für die italienischen Pendants um 9 Basispunkte auf 5,71 Prozent.
Solarworld nach Sanktionen gegen China-Module gesucht
Auch am deutschen Aktienmarkt sind vor allem die Automobilwerte "Brief": Volkswagen geben um 2,1 Prozent auf 128,10 Euro nach, BMW um 1,6 Prozent auf 61,71 Euro. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass bei den chinesischen Händlern die Automobilbestände stiegen. Deutsche Bank und Commerzbank ziehen hingegen im Kielwasser der spanischen Kreditinstitute um 1,2 respektive 0,1 Prozent an.
In der zweiten Reihe springen Solarworld um 15,9 Prozent auf 1,77 Euro nach oben. Das US-Handelsministerium hat die Anti-Dumping-Zölle gegen chinesische Solarmodule drastisch erhöht und damit einer von Solarworld mitinitiierten Klage stattgegeben. Allerdings habe die Entscheidung das Risiko eines Gegenschlags durch die chinesische Regierung erhöht, sagt equinet-Analyst Stefan Freudenreich. Noch dazu seien die Chinesen nicht unvorbereitet gewesen und hätten Fertigungsschritte bereits nach Taiwan verlagert. Mit der Euphorie über den Facebook-Börsengang gewinnen Xing 3,1 Prozent auf 46,83 Euro.
=== INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.152,71 +0,27% Stoxx-50 2.261,84 -0,32% DAX 6.292,29 -0,26% FTSE 5.299,50 -0,73% CAC 3.010,18 -0,06% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 143,76% -25 DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.35 Uhr Do, 18.01 Uhr EUR/USD 1,2697 0,39% 1,2647 1,2706 EUR/JPY 100,7678 0,50% 100,2707 100,7438 EUR/CHF 1,2011 0,00% 1,2011 1,2011 USD/JPY 79,3750 0,11% 79,2885 79,2910 GBP/USD 1,5807 0,36% 1,5750 1,5820 === DJG/jej/flf
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May 18, 2012 06:38 ET (10:38 GMT)
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