LONDON (Dow Jones)--EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez Paramo hat nach dem Absturz der spanischen Großbank Bankia versucht, die Wogen zu glätten. Einzelne Institute mögen Probleme haben, aber es gebe keinen Anlass, wegen des spanischen Bankensystems in Alarmstimmung zu geraten, sagte Gonzalez Paramo nach einer Tagung der Finanzbranche in London. Am Vorabend hatte die Ratingagentur Moody's außerdem die Bonität von 16 spanischen Instituten teilweise drastisch herabgestuft. Der Ende des Monats aus dem Amt scheidende Notenbanker zeigte sich vielmehr wegen Griechenland besorgt, wiederholte aber letztlich die Aussage seines Chefs, Mario Draghi: "Es ist unser starker Wunsch, dass Griechenland im Euro bleibt."
Für die unter akutem Kapitalabfluss leidenden griechischen Banken forderte er die schnelle Rekapitalisierung. Die Geldhäuser aus dem überschuldeten Euromitglied sind von den Hauptrefinanzierungsgeschäften der EZB abgeschnitten. Sie leben von der Hand in den Mund und besorgen sich nun über die Notfallfazilität ELA Liquidität bei der griechischen Notenbank. In seiner Rede auf der Fachtagung hatte Gonzales Paramo zuvor die schnelle Gründung eines europäischen Bankenrettungsfonds angemahnt.
Aus seiner Sicht wurde die Währungsunion durch zu unterschiedliche Regeln bei der Finanzaufsicht in den einzelnen Mitgliedsländern untergraben. Bis heute hätten die Banken dadurch Schwierigkeiten bei grenzüberschreitenden Geschäften.
Der Währungshüter beklagte sich am Ende seines achtjährigen Mandats über die mangelnde politische Abstimmung der europäischen Politiker und nannte die Beteiligung der privaten Gläubiger am Schuldenschnitt in Griechenland einen "kapitalen Fehler". "Die Entscheidungen in der Eurozone sollten gemeinsam im Konsens getroffen werden und nicht speziellen nationalen Interessen folgen." Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte mit Unterstützung des abgewählten französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy die Beteiligung des Privatsektors durchgesetzt.
-Von Geoffrey T. Smith Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, konjunktur.de@dowjones.com DJG/DJN/chg/mgo
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May 18, 2012 09:30 ET (13:30 GMT)
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