(neu: Schlusskurs, Kommentar DZ Bank zu Solarworld)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der deutschen Solarunternehmen
haben US-Strafzölle gegen chinesische Konkurrenten am Freitag
zeitweise mit deutlichen Kursgewinnen honoriert. Zum Handelsschluss
verteuerten sich die Titel des Bonner Photovoltaik-Unternehmens
Solarworld
Das US-amerikanische Handelsministerium hat chinesische
Solarimporte wegen Preisdumpings mit hohen Zöllen belegt. Zwischen
31 und 250 Prozent liegen die Zölle, wie das Ministerium am
Donnerstag mitgeteilt hatte. Grund sei, dass chinesische Unternehmen
dank Subventionierung durch den Staat unter Herstellungskosten
anbieten würden. Die endgültige Entscheidung wird Anfang Oktober
getroffen. Der deutsche Konzern Solarworld, der die Klage zusammen
mit einigen US-Unternehmen der Branche in den USA ins Rollen
gebracht hatte, begrüßte das Ergebnis. Die Aktien des US-Herstellers
First Solar
DZ BANK SENKT FAIREN WERT FÜR SOLARWORLD
Diese Nachrichten hätten vor allem Solarworld an diesem Tag geholfen, sagte ein Händler. Die Frankfurter Investmentbank Equinet schrieb, dass Solarworld und andere in den USA ansässige Solarunternehmen von dieser Entscheidung profitieren dürften. Allerdings sorgt sich Analyst Stefan Freudenreich nach wie vor über die Kosten-Wettbewerbsfähigkeit sowie die angespannte Bilanzlage von Solarworld und beließ die Aktie auf "Hold" mit einem Kursziel von 1,65 Euro.
DZ-Bank-Analyst Sven Kürten blieb skeptisch und senkte den fairen Wert für die Solarworld-Aktie nach dem Bekanntwerden der US-Strafzölle gegen chinesische Solarimporte von 2,00 auf 1,50 Euro. Sein Anlageurteil lautet weiterhin "Verkaufen". Die Strafzölle lägen zwar am oberen Ende der Erwartungen und hälfen Solarworld in den USA, schrieb er, allerdings würden die chinesischen Solarmodule in anderen Märkten verkauft und erhöhten dort den Preisdruck. Daher sehe er für das Bonner Photovoltaikunternehmen fundamental keine große Verbesserung. /gl/ck/fn
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AXC0215 2012-05-18/18:27
