FRANKFURT (Dow Jones)--Erholung hat zum Wochenbeginn die Devise an den Finanzmärkten gelautet. Die von der Schuldenkrise zuletzt lange und arg gebeutelten europäischen Aktien setzten zu einer Gegenbewegung an. Die Gemeinschaftswährung konnte sich zu US-Dollar und Yen zumindest auf niedrigem Niveau stabilisieren. Für den DAX endete der Wochenauftakt nach fünf verlustreichen Sitzungen in Folge mit einem Plus von einem Prozent auf 6.331 Punkte.
"Viele Anlageklassen geben in den Kursverläufen nun Signale für eine Erschöpfung des Abwärtstrends und deuten eine bevorstehende Gegenbewegung an", war in einem Marktkommentar eines US-Brokers zu lesen. Die Kursgewinne an den Aktienbörsen reichten von 0,3 Prozent in Zürich über 0,7 Prozent in London bis zu 2,1 Prozent in Stockholm.
Hoffnung schöpften Investoren aus der Ankündigung des chinesischen Premiers Wen Jiabao, die Konjunktur möglicherweise mit geldpolitischen Maßnahmen zu stützen. Das ließ vor allem die konjunkturabhängigen Sektoren zulegen: Automobil-, Bau- und Technologiewerte stiegen im Schnitt jeweils um 1,3 Prozent und der Chemiesektor um 1,2 Prozent.
Euro stabilisiert sich etwas
Auf und ab ging es im Handelsverlauf mit dem Euro. Die Gemeinschaftswährung ging zum Dollar mit Gewinnen in den Handel und markierte bei 1,2813 Dollar den höchsten Stand seit vier Tagen. Anschließend fiel sie wieder um fast einen US-Cent auf 1,27125 Dollar, um von diesem Tiefpunkt aus wieder zuzulegen.
"In dieser Woche geht es an den Börsen und den Devisenmärkten darum, die Wunden aus den vergangenen Tagen zu lecken und darauf zu hoffen, dass (...) allen voran die Politik und die Notenbank sich ihrer Verantwortung bewusst sind und den Worten aus dem G8-Gipfel vom Wochenende Taten folgen lassen", sagte Torsten Gellert von Forex Capital Markets.
Angesichts der angespannten politischen Lage in Griechenland und der steigenden Zinsen in Spanien rechnet Gellert in den kommenden Tagen mit Maßnahmen der Euro-Notenbank, um die Märkte zu beruhigen. Einziger sicherer Hafen für Anleger in Europa seien deutsche Staatsanleihen. Der Kurs zehnjähriger Bundesanleihen gab in den ersten Handelsstunden nach, legte dann jedoch wieder zu.
Facebook-Aktien brechen ein
Für Furore sorgte die Facebook-Aktie. Auch am zweiten Handelstag schrieb sie alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Nach dem mäßigen Börsendebüt am Freitag brachen die Papiere des sozialen Netzwerks zeitweise um fast 14 Prozent ein. "Alles in allem ist der Start eines derart wichtigen Börsenganges nicht gerade ein 'Gefällt mir'", kommentiert Marcus Silbe von Close Brothers Seydler.
Die europäischen Blue-Chips wurden von dieser Kursschwäche jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Kursbewegende Nachrichten waren Mangelware. Eine Hochstufung durch die Bank UBS ließen Aktien der Merck KGaA um 2,8 Prozent zulegen. Ein positiver Kommentar der Ratingagentur Fitch und die Aussicht auf ein erweitertes Einsatzspektrum für den Blutgerinnungshemmer Xarelto verhalfen Bayer-Aktien zu einem Plus von 2,2 Prozent.
.=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2150,16 5,47 +0,3% -7,2 . Stoxx-50 2253,59 4,44 +0,2% -4,9 . Stoxx-600 240,17 1,29 +0,5% -1,8 Frankfurt XETRA-DAX 6331,04 59,82 +1,0% 7,3 London FTSE-100 5304,48 36,86 +0,7% -4,7 Paris CAC-40 3027,15 19,15 +0,6% -4,2 Amsterdam AEX 290,54 1,77 +0,6% -7,0 Athen ATHEX-20 202,81 -1,67 -0,8% -23,4 Brüssel BEL-20 2093,80 19,92 +1,0% 0,5 Budapest BUX 16599,64 120,42 +0,7% -2,2 Helsinki OMXH-25 1895,12 31,06 +1,7% -2,4 Istanbul NAT30 67559,05 -497,12 -0,7% 9,5 Kopenhagen OMXC-20 442,21 1,77 +0,4% 13,4 Lissabon PSI 20 4761,18 -19,13 -0,4% -13,7 Madrid IBEX-35 6566,70 -42,70 -0,7% -23,8 Mailand FTSE-MIB 13012,04 -36,86 -0,3% -13,8 Moskau RTS 1307,40 17,94 +1,4% -5,4 Oslo OBX 364,95 6,50 +1,8% 2,1 Stockholm OMXS-30 975,97 19,98 +2,1% -1,2 Warschau WIG-20 2096,35 35,36 +1,7% -2,2 Wien ATX 1913,00 18,94 +1,0% 1,1 Zürich SMI 5814,59 16,83 +0,3% -2,0 DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.32 Uhr Fr, 18.30 Uhr EUR/USD 1,2782 0,14% 1,2765 1,2735 EUR/JPY 101,3824 0,26% 101,1219 100,7605 EUR/CHF 1,2011 -0,01% 1,2012 1,2011 USD/JPY 79,3300 0,14% 79,2160 79,1180 GBP/USD 1,5798 -0,08% 1,5811 1,5797 .===
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May 21, 2012 12:48 ET (16:48 GMT)
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