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Hochtief-Tochter Leighton will Verluste hinter sich lassen

SYDNEY (Dow Jones)--Die australische Hochtief-Tochter Leighton will mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen die Probleme endlich hinter sich lassen. Ein verschärftes Risikomanagement, ein neuer Verhaltenskodex und der Verkauf von Randgeschäften sollen vergessen machen, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals seit 30 Jahren einen Verlust eingefahren hatte.

Sämtliche Projekte des Unternehmens stünden auf dem Prüfstand, versicherten sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch der Chairman des Unternehmensboards den Investoren auf der Hauptversammlung der Leighton Holdings Ltd.

Leighton hatte 2011 für das im Juni endende Geschäftsjahr einen Verlust von 409 Millionen Australische Dollar vermelden müssen. Grund waren massive Wertberichtigungen bei mehreren Projekten, was sowohl den damaligen CEO David Stewart als auch den Chairman David Mortimer den Job gekostet hatte. Nicht genug, hatte zudem die australische Bundespolizei im Februar eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Leighton selbst die Behörden über mögliche illegale Zahlungen einer ihrer Töchter informiert hatte. Es geht dabei um den Ausbau von Anlagen zum Ölexport im Irak. Im März wurde der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nach langen Jahren der Zusammenarbeit das Mandat entzogen.

Die Probleme bei wichtigen Projekten sind aber bislang nicht ausgeräumt. Der seit neun Monaten amtierende Chairman Stephen Johns sagte, Leighton habe weiterhin mit zwei verlustbringenden Projekten in Australien zu kämpfen, einer Entsalzungsanlage im Bundesstaat Victoria und einer Flughafen-Zufahrt in Brisbane. Beide Projekte zusammen werden den Vorsteuergewinn 2012 um 254 Millionen Dollar schmälern.

Im ersten Quartal 2011 hatte Leighton bereits einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. "Ich entschuldige mich bei unseren Aktionären für den im März vermeldeten Ergebnisrückgang", sagte Unternehmenschef Hamish Tyrwhitt laut Redetext. Er versicherte, das die kurzfristigen Probleme bald gelöst seien, und man "einzigartige Möglichkeiten" vor sich habe.

Er bestätigte den zuletzt gesenkten Gewinnausblick von 400 bis 450 Australischen Dollar im laufenden Jahr. Zwar würden die Auswirkungen der europäischen Finanzkrise Australien nicht verschonen, Leighton würde davon jedoch nicht viel spüren. Schließlich sei man in den wachsenden Märkten Australiens und Asiens gut positioniert.

Es werde eine genaue Überprüfung der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsfelder und der Leighton-Investments geben, sagte der CEO. "Ich erwarte, dass wir uns von mehreren Geschäften trennen werden, um die freiwerdenden Mittel besser einsetzen zu können."

So kündigte er an, dass das mit Problemen behaftete arabische Joint Venture Habtoor Leighton Group bis 2016 an die Börse gebracht werden soll. Die Australier haben mit ihren Geschäften im Nahen Osten zuletzt Verluste geschrieben, der Buchwert der arabischen Tochter musste um knapp zwei Drittel abgeschrieben werden. Baukonzerne in der Golfregion haben noch immer mit der geplatzten Immobilienblase in Dubai im Zuge der Finanzkrise zu kämpfen.

-Von Robb M. Stewart und Ross Kelly, Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/mgo/kla 

(END) Dow Jones Newswires

May 22, 2012 01:54 ET (05:54 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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