FRANKFURT (Dow Jones)--Wachstumsimpulse aus China und Brasilien sowie die Hoffnung auf einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone treiben am Dienstag die Kurse an Europas Börsen nach oben. Nach den hohen Kursverlusten seit Monatsbeginn kommt unter Investoren wieder etwas Risikofreude auf. "Die Aktienmärkte sind technisch überverkauft und daher reif für eine Gegenbewegung", meint ein Händler.
Der DAX baut die Gewinne vom Montag um 1,1 Prozent auf 6.402 Punkte aus. Der Euro-Stoxx-50 der 50 höchstkapitalisierten Unternehmen der Eurozone legt um 1,1 Prozent auf 2.173 Punkte zu. "Eine Erholung (des Indexes) über 2.200 Punkte hinaus würde die Stimmung aufhellen", heißt es von den Analysten der WestLB.
China will die Konjunktur über Bauausgaben und Infrastrukturprojekte stärken. Davon profitieren vor allem konjunktursensible Aktien aus den Sektoren Rohstoffproduktion, Bau, Technologie und Automobilbau. Die Kursgewinne dieser Sektoren reichen von 1,3 bis 2,2 Prozent. Hinzu kommt, dass Brasilien mittels einer geringeren Besteuerung von Krediten Wachstumsimpulse setzen will.
Die Hoffnungen richten sich auch auf den EU-Gipfel am Mittwoch. Deutschland und Frankreich haben sich für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgesprochen und enge Zusammenarbeit gelobt. "Was von diesen Lippenbekenntnissen zu halten ist, muss sich aber erst noch zeigen", sagt ein Händler. Bis zu den Wahlen in Griechenland Mitte Juni dürfte an den Märkten die Vorsicht dominieren und eine echte Trendwende an den Finanzmärkten verhindern.
Unter dem verhaltenen Optimismus an den Märkten leiden die Kurse deutscher Bundesanleihen. Der Bund-Future als umsatzstärkster Terminkontrakt am Euro-Rentenmarkt gibt den vierten Tag in Folge nach. "Die Risikoaversion und das Interesse an sicheren Anlageformen bleiben aber hoch", erwartet Viola Julien von der Helaba. Hinweise auf eine Trendwende bei Bundesanleihen, die jüngst immer neue Höchststände gemeldet hatten, gebe es nicht.
Unter den 30 DAX-Werten geben nur ThyssenKrupp und Metro nach. Metro liegen mit 1,2 Prozent im Minus. Der niederländische Finanzkonzern ING hat das Kursziel für die Aktie um 8 auf 26 Euro gesenkt. HeidelbergCement sind mit einem Plus von 2,4 Prozent der größte Kursgewinner im DAX. Die Aktie profitiert von den in Aussicht gestellten Konjunkturimpulsen in China.
Auch die Papiere des Baukonzerns Hochtief steigen um 2,7 Prozent. Die australische Tochter Leighton will mit einem Bündel von Maßnahmen die Probleme hinter sich lassen. Ein verschärftes Risikomanagement, ein neuer Verhaltenskodex und der Verkauf von Randgeschäften sollen wieder einen Gewinn ermöglichen.
ThyssenKrupp geben leicht nach. Die EU will den Verkauf der Edelstahlsparte an die finnische Outokumpu genauer unter die Lupe nehmen. Dieser Verkauf könne "sehr bedenklich" sein, heißt es aus Brüssel. "Ein Stopp des Verkaufs wäre ein Rückschlag", so ein Marktteilnehmer.
In London ziehen Vodafone um 1,6 Prozent an. Die Briten haben laut Analysten gute Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr abgeliefert. Die Analysten von UBS loben den Umsatzanstieg im vierten Quartal.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mo, 18.00 Uhr EUR/USD 1,2806 -0,0% 1,2808 1,2770 EUR/JPY 101,8448 +0,3% 101,5726 101,2775 EUR/CHF 1,2012 -0,0% 1,2013 1,2011 USD/JPY 79,5260 +0,3% 79,2950 79,3215 GBP/USD 1,5845 +0,1% 1,5823 1,5789 DJG/bek/ros
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May 22, 2012 03:57 ET (07:57 GMT)
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