--Europäische Kommission hat ernsthafte wettbewerbsrechtliche Bedenken
--EU sieht erhebliche Marktanteile bei Brammen, warm- und kaltgewalzten Produkten aus rostfreiem Stahl
--Kartellprüfung um 90 Tage bis zum 16. September verlängert
--ThyssenKrupp hatte mit vertiefter Prüfung gerechnet; Abschluss der Transaktion weiter bis Jahresende erwartet
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Von Jan Hromadko und Laurence Norman DOW JONES NEWSWIRES
BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission wollen sich den Verkauf der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp an den finnischen Konzern Outokumpu genauer anschauen und kündigten eine vertiefte Prüfung an. Durch die Integration von Inoxum in Outokumpu würde der weltgrößte Hersteller von rostfreiem Stahl geschaffen. Die vorläufige Prüfung habe ergeben, das die Übernahme auf verschiedenen Märkten für die Produktion und den Vertrieb von Flachprodukten wettbewerbsrechtlich "sehr bedenklich" sein könnte, teilte die EU-Kommission mit.
Beide Unternehmen verfügten auf den betroffenen Märkten für den Absatz von Brammen sowie warm- und kaltgewalzten Produkten aus rostfreiem Stahl über erhebliche Marktanteile, begründete das Gremium die vertiefte Prüfung. Nach der geplanten Übernahme wären nur noch drei integrierte Hersteller von Flachprodukten aus rostfreiem Stahl im Europäischen Wirtschaftsraum tätig. Die EU-Kommission will innerhalb von 90 Arbeitstagen, also bis zum 26. September, zu einer Entscheidung kommen.
Die Transaktion ist der erste nennenswerte Schritt seit Jahren hin zu mehr Konsolidierung in einer Branche, die unter Überkapazitäten und der Konkurrenz von Niedriglohnländern, hauptsächlich China, leidet. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger war zuletzt für mehr Konsolidierung eingetreten und hatte erklärt, ein Verkauf von Inoxum könnte die Konzentration in der Branche fördern.
Hiesinger hatte vergangene Woche erklärt, beide Konzerne rechneten mit einer vertieften Kartellprüfung. Die Transaktion werde vermutlich nicht vor Ende des Jahres abgeschlossen. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die EU-Behörden letztlich grünes Licht geben werden.
Eine Outokumpu-Sprecherin bekräftigte ebenfalls, der finnische Konzern habe eine vertiefte Prüfung erwartet. "Selbstverständlich werden wir mit der Untersuchung so gut wir können kooperieren und sind zuversichtlich, dass wir bis Jahresende eine Genehmigung erhalten", sagte sie.
Im Januar hatte die ThyssenKrupp AG den Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum für insgesamt 2,7 Milliarden Euro an Outokumpu eingefädelt. Der Kaufpreis umfasst eine Barkomponente von einer Milliarde Euro, zudem erhält ThyssenKrupp eine Beteiligung von knapp 30 Prozent an dem fusionierten Unternehmen. Die Finnen geben dem deutschen Konkurrenten einen Kredit und übernehmen Verbindlichkeiten in dreistelliger Millionenhöhe. ThyssenKrupp führt derzeit ein umfassendes Verkaufsprogramm durch, um sich neu aufzustellen und den Schuldenberg abzutragen.
-Von Laurence Norman und Jan Hromadko, Dow Jones Newswires; (Matthias Goldschmidt hat an der Meldung mitgewirkt) +49 (0)69 29725 110, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/sha/mgo
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May 22, 2012 06:45 ET (10:45 GMT)
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