Wetten gegen den Euro haben Hochkonjunktur: Hedge-Fonds und Investoren spekulieren so stark wie nie gegen die Gemeinschaftswährung. Eine Trendwende gilt als unwahrscheinlich.
Der Euro hat am Mittwoch weiter nachgegeben und ist auf den tiefsten Stand seit August 2010 gesunken. Im Vormittagshandel sank die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,2616 Dollar. Damit wurde das bisherige Jahrestief vom Januar bei 1,2625 Dollar nach mehreren Anläufen an den vergangenen Tagen durchbrochen. Als Grund für den jüngsten Kursrutsch von rund einem halben Cent nannten Händler enttäuschende Konjunkturdaten aus Italien. Dort hat sich das Verbrauchervertrauen im Mai auf den tiefsten Stand seit 1996 eingetrübt.
Wenn es nach den Spekulanten am Devisenmarkt geht, dann wird der Euro in den kommenden Monaten noch weiter an Wert verlieren. An der Terminbörse in Chicago (CME) hat der Überschuss von Wetten auf einen fallenden Euro gegenüber Wetten auf einen steigenden Euro einen Rekord erreicht. Die Differenz von 173 869 Kontrakten war die höchste seit der Euro-Einführung.
Der Euro/Dollar-Kurs ist das Fieberthermometer der europäischen Schuldenkrise. Jede Nachricht hat Einfluss auf das Umtauschverhältnis - sei es das Wahldebakel in Griechenland, seien es schlechtere Konjunkturdaten aus den hochverschuldeten Euro-Ländern oder Hilfsmaßnahmen von Politik und Notenbank.
Der Kursverlauf zeigt, dass es dem Patienten Europa seit Ende April wieder schlechter geht. Knapp fünf Cent verlor die Gemeinschaftswährung. Gestern notierte sie bei 1,2722 ...
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