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Dow Jones News
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MÄRKTE EUROPA/Angst vor Schuldenkrise belastet

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Angst vor einem Auseinanderbrechen des Euroraums hat die europäischen Börsen am Mittwoch unter Druck gesetzt. Aussagen des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos versetzten die Märkte in Angst und Schrecken. Im Gespräch mit Dow Jones Newswires bezeichnete er die Gefahr eines Austritts seines Landes aus dem Gemeinsamen Währungsgebiet als real. Vorbereitungen zur Eindämmung der Konsequenzen eines solchen Schritts würden bereits getroffen. "Das ist ein purer Angst-Trade", sagte ein Händler. Die Marktteilnehmer flüchteten aus allen risikobehafteten Anlagen und schichteten in Anleihen um. Der Euro-Stoxx-50 verlor 2,7 Prozent auf 2.134 Punkte, für den DAX ging es um 2,3 Prozent auf 6.286 Punkte nach unten.

Auf bahnbrechende Beschlüsse der Politik sollten Anleger derzeit besser nicht setzen. "Es wird eine breite Debatte geben, aber keine Entscheidungen", dämpfte der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, Erwartungen an den EU-Gipfel in Brüssel. Das Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs beginnt am Abend. Marktteilnehmer hatten in den vergangenen Tagen die Hoffnung auf Weichenstellungen zur Bewältigung der Schuldenkrise geäußert. "Die Ergebnisse dürften eher mau ausfallen und kaum für mehr Risikoappetit an den Märkten sorgen", sagte Lutz Karpowitz, Devisenanalyst der Commerzbank. Der Euro sackte am frühen Abend auf 1,2550 Dollar. "Der Druck kommt von amerikanischer Seite, wo man die Entwicklung in Europa mit großer Skepsis betrachtet", sagte ein Händler.

Gefragt waren dagegen deutsche Staatsanleihen. Selbst ungünstige Konditionen hielten Anleger nicht vom Kauf ab. Am Vormittag wurden für 5 Milliarden Euro zweijährige Schatzanweisungen an den Markt gebracht. Dabei bot Deutschland den Anlegern erstmals außer der vermeintlichen Sicherheit nichts - der Kupon lautete auf Null. Gute US-Immobiliendaten gingen unter. Die Neubauverkäufe haben ihren Aufwärtstrend im April fortgesetzt und damit die Stabilisierung unterstrichen. "Das Niveau, auf dem sich diese Erholung abspielt, ist immer noch erschreckend niedrig. Dennoch gewinnt die beginnende Erholung des US-Immobilienmarktes an Kontur", sagte Volkswirt Heinrich Bayer von der Postbank.

Konjunkturzykliker unter Druck

Deutliche Verluste erlitten die Aktien von Unternehmen, die am Tropf der Konjunktur hängen. Marktteilnehmer sorgen sich, dass die Schuldenkrise die Wirtschaft mit nach unten zieht. Selbst Musterknabe Deutschland dürfte davon nicht verschont bleiben. Siemens-Chef Peter Löscher hat für Deutschland ein schwächeres Wachstum als in den ersten sechs Monaten vorausgesagt. Die Aktie verlor 2 Prozent auf 66,26 Euro. Schlimmer erwischte es Philips, die um 5,2 Prozent auf 14,46 Euro einbrachen. Der Vorstand hatte sich auf einer Investorenkonferenz skeptisch zur Konjunkturlage in Europa geäußert.

SAP kauft weiter teuer zu

Ein neuerlicher Zukauf von SAP fand viel Aufmerksamkeit und weniger Wohlwollen. Die Walldorfer setzen ihre Shopping-Tour fort und wollen für 4,3 Milliarden Dollar den Informationsdienstleister Ariba übernehmen. Für das US-Unternehmen, das zuletzt 444 Millionen Dollar umsetzte, bietet SAP 45 Dollar je Aktie. Das ist ein Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag.

Mit der Akquisition käme SAP zwar dem Ziel eines Umsatzes von 2,0 Milliarden Euro mit Cloud-Lösungen bis 2015 näher, meinte Mirko Maier, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Allerdings weise das Produktportfolio in diesem Bereich mittlerweile manche Überlappung auf, deren Bereinigung SAP beschäftigen werde. Noch dazu sei der Kaufpreis wie bei SuccessFactors vergleichsweise hoch. Die Aktien schlug sich mit minus 0,9 Prozent auf 47,38 Euro trotzdem wacker.

Übernahmegerüchte und Hochstufungen sorgen für Gewinne

Auch Metro gehörten mit 0,3 Prozent Abschlag auf 23,75 Euro zu den stärkeren Werten. "Metro werden von Carrefour gestützt", meinte ein Händler. Die Aktien des französischen Konkurrenten profitierten mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 14,40 Euro von einer "doppelten Hochstufung". Die Analysten der Credit Suisse hatten den Wert auf "Outperform" von "Underperform" gestuft.

Symrise zogen deutlich an. Ein Händler begründete dies mit einem Artikel im "Aktionärsbrief" aus dem Hause Bernecker. Dort wurde eine mögliche Übernahme durch Henkel thematisiert. Bei Henkel wollte man sich dazu nicht äußern, während ein Sprecher von Symrise die Spekulationen zurückwies. Anleger, die auf das Gerücht setzten, bewiesen trotzdem einen guten Riecher. Die Aktien des Aromenspezialisten stiegen um 4,5 Prozent auf 23,70 Euro.

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.           Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                             stand      absolut         in %          seit 
.                                                              Jahresbeginn 
Europa      Euro-Stoxx-50   2134,05       -58,80        -2,7%          -7,9 
.           Stoxx-50        2251,62       -43,45        -1,9%          -5,0 
.           Stoxx-600        239,51        -5,25        -2,1%          -2,1 
Frankfurt   XETRA-DAX       6285,75      -149,85        -2,3%           6,6 
London      FTSE-100        5266,41      -136,87        -2,5%          -5,4 
Paris       CAC-40          3003,27       -80,82        -2,6%          -5,0 
Amsterdam   AEX              289,16        -6,79        -2,3%          -7,5 
Athen       ATHEX-20         195,46        -4,31        -2,2%         -26,2 
Brüssel     BEL-20          2089,49       -52,92        -2,5%           0,3 
Budapest    BUX            16230,31      -517,24        -3,1%          -4,4 
Helsinki    OMXH-25         1869,55       -70,17        -3,6%          -3,7 
Istanbul    NAT30          66429,83     -1811,13        -2,7%           7,7 
Kopenhagen  OMXC-20          437,87        -9,33        -2,1%          12,3 
Lissabon    PSI 20          4718,54      -131,20        -2,8%         -16,5 
Madrid      IBEX-35         6661,30      -220,80        -3,3%         -24,8 
Mailand     FTSE-MIB       12960,87      -495,16        -3,7%         -14,1 
Moskau      RTS             1275,64       -46,56        -3,5%          -7,7 
Oslo        OBX              358,09       -13,50        -3,6%           0,1 
Prag        PX               878,10        -4,20        -0,5%          -3,6 
Stockholm   OMXS-30          974,56       -25,97        -2,6%          -1,3 
Warschau    WIG-20          2038,14       -61,61        -2,9%          -5,0 
Wien        ATX             1920,19       -48,60        -2,5%           1,5 
Zürich      SMI             5817,91       -92,29        -1,6%          -2,0 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Mi, 8.46 Uhr  Di, 18.00 Uhr 
EUR/USD   1,2561  -0,89%        1,2673         1,2729 
EUR/JPY  99,7160  -1,06%      100,7832       101,8512 
EUR/CHF   1,2010   0,00%        1,2010         1,2011 
USD/JPY  79,3935  -0,17%       79,5270        79,9755 
GBP/USD   1,5691  -0,45%        1,5762         1,5775 
.=== 

DJG/mif/cln

(END) Dow Jones Newswires

May 23, 2012 13:00 ET (17:00 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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