--Teilnahme an Ausschreibung für Hochgeschwindigkeitszug geplant
--Ausschreibung nach Änderung der Bedingungen interessanter
(Neu: Weitere Details)
Von Jeff Fick DOW JONES NEWSWIRES
RIO DE JANEIRO (Dow Jones)--Die Siemens AG will ihr Geschäft im Wachstumsmarkt Brasilien ausbauen. Dazu werde der Technologiekonzern in den kommenden fünf Jahren bis zu 1 Milliarde US-Dollar in dem südamerikanischen Land investieren, teilte Siemens mit. Der dort erzielte Umsatz soll bis 2017 verdoppelt werden.
Die Investitionen erstrecken sich auf das gesamte Portfolio des DAX-Konzerns und schließen somit die Sektoren Energy, Industry, Infrastructure & Cities und Healthcare ein. Der Fokus werde auf der Fertigung und Dienstleistungen vor Ort sowie der Förderung von Forschung und Entwicklung liegen. Auch das erforderliche Kapital für die Geschäftsausweitung ist darin enthalten.
Ein konkretes Vorhaben ist der Bau eines Hochgeschwindigkeitszugs. Der Konzern wolle sich an dem Projekt, die Städte Rio de Janeiro und Sao Paulo zu verbinden, beteiligen, sagte Paulo Stark, CEO von Siemens Brasilien. Derzeit warte man noch die "exakte Struktur" der Ausschreibung ab, und es sei noch offen, ob sich das Unternehmen direkt oder indirekt daran beteiligen werde.
Die erste Phase der Ausschreibung dürfte noch in diesem Jahr erfolgen. Siemens wolle mit seiner Hochgeschwindigkeitszugtechnologie entweder mit einem Konsortium bieten oder die zum Zuge kommenden Firmen beliefern.
Brasilien wollte den Schnellzug, der die beiden größten Städte des Landes verbinden soll, ursprünglich bis zum Beginn der Fußball-WM 2014 fertig haben. Allerdings gingen in einer ersten Bieterrunde im vergangenen Jahr keine Gebote für das Projekt ein. Die Regierung teilte die Ausschreibung daraufhin auf. In einer ersten Runde soll über Technologie und Betreiber und anschließend erst über das Baukonsortium entschieden werden.
Für Siemens sei die Aufspaltung ein wesentlicher Grund für das Interesse an dem Projekt, sagte Stark. Auf diese Weise würden Risiken und Chancen für die beteiligten Unternehmen ausgeglichen. "Niemand würde in ein solches Projekt investieren, wenn die Risiken die Vorteile überwögen."
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf mehr als 15 Milliarden Euro. Die brasilianische Entwicklungsbank BNDES hat Kredite für etwa die Hälfte der Investitionen zugesagt.
-Von Jeff Fick, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com (Paulo Winterstein hat zu dem Bericht beigetragen.) DJG/DJN/bam/mgo
(END) Dow Jones Newswires
May 24, 2012 02:39 ET (06:39 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
