BMW
"Der Vorwurf der Weko, die BMW AG habe den Schweizer Markt abgeschottet, indem sie Direktimporte verhindert habe, ist nicht nachvollziehbar", sagte eine Sprecherin. Deswegen werde der Konzern Beschwerde beim Schweizer Bundesverwaltungsgericht einlegen. Die Weko beschuldigt BMW, den Schweizer Markt abzuschotten. Zudem habe BMW dafür gesorgt, dass Schweizer im benachbarten Ausland der Eurozone bei BMW-Händlern keine Autos kaufen konnten. Dazu gebe es zahlreiche Beschwerden in der Zeit zwischen Oktober 2010 und Oktober 2011.
BMW spricht von 16 Fällen, die die Weko aufführe. Im gleichen
Zeitraum habe es aber hunderte Direktimporte von BMW-Fahrzeugen
durch Schweizer Kunden gegeben, von einer Behinderung könne also
keine Rede sein, sagte die Sprecherin. Angesichts des starken
Frankens sind unter anderem Autos in der Eurozone günstiger zu
kaufen. BMW hat 2011 in der Schweiz knapp 20 000 Autos der Marken
BMW und Mini abgesetzt. Ende vergangenen Jahres hatte die Weko
bereits gegen den Kamerahersteller Nikon
Die Weko kann in solchen Fällen Kartellstrafen von bis zu 10 Prozent des Firmenumsatzes in der Schweiz der letzten drei Jahre verhängen. Die Behörde hatte das Verfahren gegen BMW bereits im Oktober 2010 eröffnet. BMW habe nicht nur verhindert, dass Schweizer von den günstigeren Bedingungen der Eurozone profitieren konnten. "Die Abschottung des Schweizer Marktes führte auch zu einem geringeren Wettbewerbsdruck auf die Endverkaufspreise für Neufahrzeuge der Marken BMW und Mini", heißt es bei der Behörde.
Auch das weisen die Münchner entschieden zurück. Auf dem Schweizer Automarkt gebe es im Gegenteil viele direkte Konkurrenten, auch die Marktanteile schwankten stark. "Zwischen den Marken herrscht jederzeit ein ausgeprägter Wettbewerb, wie auch die Sonderaktionen aller Hersteller einschließlich BMW und Mini in Reaktion auf den starken Schweizer Franken belegen", teilte der Konzern mit. BMW ist seit 1975 in der Schweiz aktiv und hat ein dichtes Händlernetz./sbr/DP/enl
ISIN DE0005190003
AXC0130 2012-05-24/11:48
