Osram will den angekündigten massiven
Stellenabbau in Deutschland möglichst ohne betriebsbedingte
Kündigungen schaffen. Mit dem Betriebsrat verständigte sich die
Siemens
"Es ist uns gelungen, gemeinsam mit unseren Arbeitnehmervertretern verbindliche Grundsätze für die gemeinsame Gestaltung der Zukunft zu vereinbaren", teilte der Chef der Siemens-Lichttochter, Wolfgang Dehen, am Donnerstag mit. IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner sagte: "Wir haben nun eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung von Osram. Das neue Abkommen bietet den Beschäftigten Sicherheit und Schutz bei zukünftigen Veränderungen." Neben dem Rahmensozialplan verständigten sich beide Seiten auch auf ein Zukunftsabkommen über den Umgang mit möglichen Stellenanpassungen in der Zukunft.
Unter anderem legt der Sozialplan den Rahmen für mögliche Abfindungen oder alternative Jobangebote für betroffene Mitarbeiter oder den Wechsel in Beschäftigungsgesellschaften fest. Osram hatte im Januar angekündigt, wegen des Wandels auf den hart umkämpften Licht-Märkten bis 2014 in Deutschland gut 1.000 Stellen abzubauen und damit fast jeden zehnten Arbeitsplatz im Inland zu streichen.
In Deutschland beschäftigt die Siemens-Tochter rund 10.000 Menschen, weltweit sind es 41.000. Auch im Ausland will Osram Stellen abbauen. Die Branche verändert sich grundsätzlich, dazu gehört unter anderem das Ende der klassischen Glühbirne und der Siegeszug der LED-Technik. Vor allem dabei wird angesichts des Trends zum Energiesparen und wachsender Nachfrage ein kräftiges Wachstum vorhergesagt. An den deutschen Standorten will Osram laut des Zukunftsvertrages mindestens bis 2015 festhalten, auch betriebsbedingte Kündigungen sollen weiter vermieden werden.
Grundsätzlich ausgeschlossen sind aber weder Entlassungen noch Werksschließungen, falls sich die Lage dramatisch zuspitzt. Dann greife eine sogenannte Öffnungsklausel. Die Vereinbarung löst das bisher geltende Papier mit Siemens ab. Nach dem geplanten Börsengang von Osram hätte das seine Gültigkeit verloren. Siemens will Osram an die Börse bringen, unklar ist noch der Termin, der sich wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten bereits verschoben hatte.
Der Schritt soll dem Konzern vor allem Geld verschaffen, den die Entwicklung neuer Technik und der Umbau kostet zunächst mal Geld. Die großen Chancen auf dem Markt locken zudem auch starke Rivalen. Bisher teilten sich wenige Unternehmen mit wertvollen Patenten den Markt, inzwischen drängt Konkurrenz nach. Der Chef des Gesamtbetriebsrats, Willi Sattler, sagte, die Standortgarantie und die Vereinbarung stelle sicher, dass Osram diesen Wandel bewältigen könne./sbr/DP/enl
ISIN DE0007236101
AXC0183 2012-05-24/14:09
