WOLFSBURG (Dow Jones)--Die Beschäftigen der Volkswagen AG sind mit ihrer Forderung mach einem Stimmrechtsanteil an dem Autokonzern fast am Ziel. Eine Entscheidung darüber könne "in nächster Zeit" fallen, sagte der Betriebsratschef und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Osterloh. "Wir sind kurz vor dem Abschluss", sagte Osterloh in einem Pressegespräch. "Die Gespräche sind auf sehr gutem Weg." Näher wollte er sich nicht äußern, da eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei.
Osterloh hatte Dow Jones im Juni 2011 gesagt, die Gewerkschaften wollten einen Stimmrechtsanteil von bis zu 3 Prozent an dem Konzern übernehmen, um die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen.
Mit einem Anteil von 3 Prozent wären die Arbeitnehmer viertgrößter Aktionär der Volkswagen AG nach der Porsche Automobil Holding SE mit 50,7 Prozent, dem Land Niedersachsen mit knapp über 20 Prozent und der Qatar Holding mit 17 Prozent.
Erstmals entworfen wurde der Plan einer Beteiligung der Arbeitnehmer im August 2009, nachdem die Gewerkschaften in vereinter Kraft mit dem Konzernmanagement den Übernahmeversuch durch den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und dessen Finanzvorstand Holger Härter erfolgreich abgewehrt hatten.
Am 13. August 2009 hatte der VW-Aufsichtsrat einen Plan zur Fusion mit Porsche abgesegnet, nachdem der Versuch des Stuttgarter Sportwagenbauers, die Kontrolle der viel größeren Volkswagen AG zu übernehmen, im Zuge der Finanzkrise gescheitert war. Das Volkswagen-Management hatte seinerzeit erklärt, es wolle den Mitarbeitern weltweit "erhebliche Investitionsmöglichkeiten" bieten.
In der geplanten Beteiligung an dem Wolfsburger Konzern spiegelt sich das wachsende Selbstvertrauen der Arbeitnehmer wider, die traditionell einen starken Einfluss bei Volkswagen haben. Der Autobauer dürfte 2012 beim Absatz neue Rekorde einfahren, getrieben vor allem von der Nachfrage der Schwellenländer.
Osterloh sprach sich dafür aus, dass die Mitarbeiter im neuen VW-Werk in Chattanooga, Tennessee, in Zukunft von der amerikanischen Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) vertreten werden können, wenn sie sich dafür entscheiden. "Wir werden dafür sorgen, dass die UAW eine Chance kriegt", sagte er. Letztlich müsse die Belegschaft in den USA aber selbst darüber abstimmen, ob sie durch die UAW vertreten werden will.
-Von Christoph Rauwald, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 110, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/sha/mgo
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May 24, 2012 08:00 ET (12:00 GMT)
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