Vor der möglicherweise entscheidenden
Verhandlungsrunde zum VW-Haustarif
Das letztliche Ergebnis müsse jedoch auch berücksichtigen, wie sich eine Lohnsteigerung über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrags verteile. Dieser Punkt ist nach Einschätzung Osterlohs noch offen. "Und es wird nötig sein, bessere Regelungen für Leiharbeiter hinzubekommen", ergänzte er. Eine frühere Übernahme solcher Kollegen etwa nach 18 statt 36 Monaten müsse ernsthaft diskutiert werden: "Da würden wir gern einen Fingerzeig in die ganze Republik machen."
In der vergangenen Woche hatten nach Betriebsratsangaben mehr als 30.000 VW-Beschäftigte in mehreren Werken kurzzeitig die Arbeit ruhen lassen. Sie protestierten damit dagegen, dass das Management in der laufenden Tarifrunde bisher kein konkretes Angebot vorlegte.
Die IG Metall fordert für den Haustarif 6,5 Prozent mehr Entgelt für die rund 102. 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke und der VW-Finanztochter. "Ich glaube schon, dass das Unternehmen jetzt die Lage sondiert hat", sagte Osterloh. Er rechne fest damit, dass am 30. Mai ein Angebot auf dem Tisch liegt. Ursprünglich hatte die Tarifrunde an diesem Freitag fortgesetzt werden sollen.
Auch außerhalb der eigentlichen Tarifthemen dringt Osterloh auf weitere Verbesserungen bei Europas größtem Autobauer. "Wir würden gern noch zehn Prozent mehr Auszubildende haben", sagte er. Die feste Übernahme der aktuellen Azubis ist bei VW garantiert.
In der Debatte um das Gehalt von VW-Chef Martin Winterkorn, der für das Jahr 2011 eine Rekordsumme von rund 17,5 Millionen Euro einstrich, gab Osterloh dem Vorstandsvorsitzenden Rückendeckung: "Verträge müssen eingehalten werden", erklärte er mit Blick auf die geltenden Regeln zu erfolgsabhängigen Bestandteilen der Bezüge. Die Erfolge Winterkorns auch bei der Schaffung tausender neuer Jobs ließen sich zudem nicht durch "Sozialneid" wegwischen.
Allerdings müssten die Zielgrößen für die variablen Gehaltsteile angesichts der unerwartet guten Geschäftslage angepasst werden, räumte Osterloh ein: "Wir sind in Gesprächen." Eine Deckelung oder Obergrenze für Mitglieder des Top-Managements könne er sich aber nicht vorstellen. Bei der Frage einer stärkeren Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter seien die Beratungen "auf einem guten Weg"./jap/DP/enl
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