Trotz großer Herausforderungen will der Stahlhersteller Salzgitter 2012 den Umsatz des Vorjahres erreichen und ein positives Ergebnis vor Steuern erwirtschaften. Voraussetzung sei allerdings, dass es nicht zu einem Einbruch der Konjunktur kommt, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann am Donnerstag während der Hauptversammlung des zweitgrößten deutschen Stahlherstellers. Beim Umsatz peilt der Konzern aus heutiger Sicht rund 9,8 Milliarden Euro wie im m Vorjahr an. Beim Gewinn ist Fuhrmann etwas verhaltener, erwartet aber ein positives Ergebnis vor Steuern.
Rund 600 Aktionäre waren in die Stadthalle nach Braunschweig gekommen. Größere Kritik gab es nicht, 97 Prozent gaben dem Vorstand die Entlastung. Sie stimmten für 2011 einer Dividende von 45 Cent pro Aktie zu, das entspricht einer Erhöhung um 40 Prozent. Auch der Erhöhung des Grundkapitals (162 Millionen Euro) um bis zu 50 Prozent wurde zugestimmt. Zukäufe seien derzeit aber nicht geplant, hieß es. Es handele sich um einen Vorratsbeschluss.
2011 hatte Salzgitter den Vorsteuergewinn auf 202 Millionen Euro mehr als vervierfachen können. Unterm Strich blieben 236 Millionen Euro (2010: 30 Mio) , darin enthalten sind rund 100 Millionen Euro bilanzierte zukünftige Steuerersparnisse durch den Umbau der Konzernstruktur. Dabei sei das zweite Halbjahr 2011 von wirtschaftlichen und politischen Verunsicherungen geprägt gewesen: "Ich erwähne nur die Fukushima-Katastrophe und die tiefgreifende Vertrauenskrise rund um den Euro", sagte Fuhrmann. Als Folge sanken die Stahlpreise.
Im ersten Quartal 2012 verzeichnete Salzgitter noch einen Fehlbetrag von 19,6 Millionen Euro. Doch nun sei die Talsohle überwunden: "Der Trend zeigt aufwärts", sagte Konzernchef Fuhrmann. In der Hütte und den Walzwerken sei die Auslastung hoch, das Handelsgeschäft sei stabil, der Bereich Röhren auf einem guten Niveau. Der Stahlpreis wird seiner Meinung nach nicht sinken: "Stahl ist ein Werkstoff, den man überall braucht und der unersetzbar ist", sagte Fuhrmann. Kritisch sieht er die von der EU ab 2013 vorgesehenen neuen Regelungen des Emissionshandels. Die Anlagen in Salzgitter produzierten bereits nahe am physikalisch-chemischen Minium des Verbrauchs an fossilen Brennstoffen. Eine weitere spürbare Minderung der CO2-Emissionen sei schlicht nicht möglich. Der Konzern beschäftigt insgesamt rund 25 000 Menschen./poe/DP/stk
ISIN DE0006202005
AXC0266 2012-05-24/16:41
