Das lahmende Geschäft treibt
den weltgrößten PC-Hersteller Hewlett-Packard
"Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Pläne, wie der Stellenabbau in den verschiedenen Ländern und Regionen umgesetzt werden soll", sagte HP-Deutschland-Chef Volker Smid der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Er könne auch keinen Zeitraum für diese Entscheidung nennen.
Die IG Metall befürchtet, dass in Deutschland ebenfalls etwa
jeder zwölfte der rund 10 400 Jobs wegfallen könnte. "Da wäre ich
sehr vorsichtig", sagte Smid. Schließlich verteilten sich ja auch
die insgesamt rund 349 000 Arbeitsplätze bei Hewlett-Packard nicht
gleichmäßig auf verschiedene Länder. HP leidet darunter, dass immer
mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen
und sich den Kauf eines neuen PC sparen. Erschwerend hinzu kamen in
der Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management.
Seit September steht nun die frühere Ebay
3,0 BIS 3,5 MILLIARDEN DOLLAR EINSPAREN
"Ein Stellenabbau ist niemals leicht", erklärte Whitman am Mittwoch. "Aber in diesem Fall ist er absolut notwendig." HP verkauft nicht nur weniger Computer, sondern auch weniger der einst so einträglichen Drucker. Dem kalifornischen Konzern droht sogar der Verlust der PC-Marktführerschaft. Der chinesische Rivale Lenovo hatte zuletzt entgegen dem allgemeinen Trend merklich zulegen können. Durch die Einschnitte will HP weltweit 3,0 bis 3,5 Milliarden Dollar im Jahr sparen (2,4 bis 2,8 Mrd Euro). Ein Teil der Mitarbeiter soll in Frühruhestand gehen.
Der Unternehmensbeauftragte der IG Metall für HP, Johannes Katzan, rechnet mit detaillierten Informationen für Mitte Juni. Er forderte ein Konzept zur Beschäftigungssicherung und Qualifizierung. "Kunden und Beschäftigte brauchen Klarheit zur Strategie von HP."
Deutschland sei der viertgrößte IT-Abnehmer der Welt, betonte
Landeschef Smid. Daher werde HP hierzulande auch auf Dauer sein
gesamtes Sortiment anbieten und entsprechend aufgestellt sein. Die
Entlassungen finden vor dem Hintergrund weiterhin mauer Verkäufe
statt: Im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April ging der
Umsatz um 3 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar zurück; der Gewinn
gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6
Milliarden Dollar nach. Auch der US-Erzrivale Dell
"WIR MACHEN FORTSCHRITTE"
Bei HP hat sich der Rückgang im Vergleich zum vorangegangenen Weihnachtsquartal allerdings verlangsamt. "Wir machen Fortschritte", sagte Konzernchefin Whitman in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Es dauere aber, HP wieder in die Spur zu bringen. Alleine die Kosten für den Stellenabbau veranschlagte sie auf 3,5 Milliarden Dollar.
Bei den Börsianern kamen die Sparpläne gut an. Zudem lief das Geschäft besser als befürchtet. Die Aktie stieg am Donnerstag um 6 Prozent auf 22,38 Dollar. Für viele Anleger dürfte aber selbst dieser Sprung nur ein schwacher Trost sein: Vor einem Jahr kostete das HP-Papier noch rund 36 Dollar. Selbst die einstige Geldmaschine von HP stottert: die Drucker. Der Umsatz der Sparte ging um satte 10 Prozent zurück. Whitman hatte im März angekündigt, die Drucker- mit der PC-Sparte zusammenzulegen. Das soll Verbesserungen bei Produktion, Einkauf, Kundendienst und Marketing bringen und sparen helfen.
Es ist eine radikale Abkehr von den Plänen von Whitmans Vorgänger, dem aus Deutschland stammenden Léo Apotheker. Der wollte das PC-Geschäft abspalten und sich auf IT-Dienstleistungen und Software konzentrieren. Damit eckte er bei seinen Managerkollegen und bei den Anteilseignern an. Er musste schließlich gehen. Auch der Chef des von Apotheker für knapp 12 Milliarden Dollar gekauften britischen Software-Spezialisten Autonomy, Mike Lynch, verlässt nun den Konzern./das/so/soc/DP/stk
ISIN US4282361033 US24702R1014 US2786421030
AXC0270 2012-05-24/16:45
