Von Matthew Cowley und Luciana Magalhaes THE WALL STREET JOURNAL
SAO PAULO (Dow Jones)--Der brasilianische Konzern Grupo EBX hat einen weiteren prominenten Geldgeber gefunden. Der Mischkonzern General Electric (GE) beteiligt sich für 300 Millionen US-Dollar mit 0,8 Prozent an der Holding des Unternehmers Eike Batista. EBX bekommt damit weiteres Geld für die Umsetzung einer Fülle von Projekten, mit denen Batista zum reichsten Mann der Welt aufsteigen will.
Der eloquente Manager hatte sich zuvor schon die Unterstützung einflussreicher Unternehmen wie IBM, E.ON und des Staatsfonds von Abu Dhabi gesichert. Seine Gesellschaften, deren Namen alle mit X enden, sind in den Bereichen Bergbau, Energie, Logistik sowie in Sport und Unterhaltung tätig.
In den vergangenen Jahren hatten die Betriebsgesellschaften durch die Platzierung von Aktien Milliarden von Dollar eingesammelt. Zuletzt änderte Batista seine Strategie und vereinbarte vor allem strategische Partnerschaften. Die Unterstützung durch renommierte Unternehmen für die ehrgeizigen Projekte wiegt für ihn mehr als das Geld. Einige der Projekte werfen bisher noch keinen Gewinn ab.
Wieviel die Unternehmensgruppe von Batista wert ist, bleibt eine schwierige Frage. Als Privatunternehmen veröffentlicht die Holding keine Finanzdaten. Nur soviel: 2011 und 2012 wurden 15,7 Milliarden Dollar investiert.
Batista sagt mit Blick auf die Partnerschaften, sie würden die Entwicklung aktueller und zukünftiger Projekte unterstützen und zum Wirtschaftswachstum Brasiliens beitragen. Der Milliardär gilt in dem Land als Business Star, der auch auf die Weltbühne will. Dabei knüpft er Kontakte zu einflussreichen Vorstandsvorsitzenden, die ihm wiederum beim Aufbau von Partnerschaften zugutekommen.
So pflegte er offenbar einen lockeren Umgang mit GE-Chef Jeff Immelt. EBX ist bereits Kunde des US-Konzerns und könnte künftig noch mehr Ausrüstungen und Dienstleistungen ordern. In den kommenden zwei Monaten will GE ihrerseits entscheiden, ob sie im Hafen Acu eine Produktionsstätte errichtet. Die EBX baut den Tiefwasserhafen im Bundesstaat Rio de Janeiro. Es ist eine der größten Investitionen in die Hafeninfrastruktur in Lateinamerika.
GE-Chef Immelt gibt Brasilien Priorität, er hat in dem Land ein Forschungs- und Entwicklungzentrum gegründet. Im Zuge der breit angelegten Expansion in Lateinamerika soll der Umsatz von GE in Brasilien jährlich um 40 Prozent steigen. 2012 soll ein Plus von 30 Prozent gegenüber den 3,7 Milliarden Dollar von 2011 geschafft werden - trotz der eingetrübten Aussichten für das Land.
Batista, der mit einem Vermögen von rund 30 Milliarden Dollar auf Platz 7 der Forbes-Liste rangiert, gilt als kosmopolitischer Entrepreneur. Als Jugendlicher hat er mehrere Jahr in Europa gelebt, einige Sprachen beherrscht er fließend. Dabei ist er bereit, auch Risiken einzugehen. Er hat schon oft große Beträge seines Privatvermögens in die Hand genommen, um seinen Unternehmen über die Runden zu helfen.
Teilweise hat Batista Projekte vorangetrieben, von der selbst die Regierung die Finger gelassen hat. So wurde oft die marode Infrastruktur des Landes kritisiert. Der Regierung wird vorgeworfen, dass sie nicht fähig ist, das Verkehrwesen zu modernisieren. Nun ist es die EBX, die den voraussichtlich drittgrößten Hafen der Welt baut. Er soll laut EBX Investitionen von 40 Milliarden Dollar anlocken, und mehr als 70 Unternehmen haben bereits die Ansiedlung in dem Hafen zugesichert.
Von Matthew Cowley und Luciana Magalhaes, THE WALL STREET JOURNAL (Diana Kinch in Rio de Janeiro, Doug Cameron in Chicago und Jan Hromadko in Frankfurt haben zu dem Bericht beigetragen.) +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/bam/jhe
(END) Dow Jones Newswires
May 25, 2012 02:33 ET (06:33 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
