Nach der Verschiebung der Flughafeneröffnung in Berlin-Schönefeld hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft in Schutz genommen. "Ich habe keinen Grund zur Annahme, dass Aufsichtspflichten verletzt oder nicht ausreichend ausgeschöpft wurden", sagte Ramsauer der "Bild am Sonntag". "Einem Aufsichtsrat, der mehrfach mündlich und schriftlich nachfragt und darauf eindeutige Antworten bekommt, kann man keine Vorwürfe machen."
Weil die Brandschutzanlage des neuen Hauptstadtflughafens nicht funktionierte, wurde dessen Eröffnung Anfang Mai vom 3. Juni auf den 17. März kommenden Jahres verschoben. Dem Aufsichtsrat gehören für den Bund auch Ramsauers Staatssekretär Rainer Bomba und Finanzstaatssekretär Werner Gatzer an. Die Flughafengesellschaft wird vom Bund sowie den Ländern Brandenburg und Berlin getragen.
Im Bundestag hatten Abgeordnete aus den Regierungs- und Oppositionsfraktionen am Freitag sowohl die Flughafengeschäftsführung als auch den Aufsichtsrat kritisiert. Der Berliner FDP-Landesvorsitzende Martin Lindner verlangte den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) als Aufsichtsratschef.
Ramsauer trat dem Vorwurf entgegen, dass in Deutschland keine großen Infrastrukturprojekte mehr realisiert werden könnten. "Weltweit werden die deutsche Bauwirtschaft und das Ingenieurwesen hoch geschätzt. Woanders wird viel mehr gepfuscht. Wir brauchen jetzt nicht gleich der typisch deutschen kritischen Nabelschau verfallen", sagte er der Zeitung./brd/DP/he
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AXC0011 2012-05-27/15:24
