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MÄRKTE USA/Bernanke enttäuscht die Märkte

Von Thomas Rossmann

Die Hoffnungen der Märkte wurden nicht erfüllt - US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat bei der Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats keine Hinweise auf weitere geldpolitische Lockerungen gegeben. Die Folge sind Kursverluste an Wall Street und ein fester Dollar. Auch die leicht erhöhte Industrieproduktion für den Monat Juni lieferte kein Indiz für eine weitere Geldmengenausweitung durch die US-Notenbank. Daneben sind die Blicke der Investoren vor allem auf die an Fahrt gewinnende Berichtssaison gerichtet. Vorbörslich legten unter anderem Goldman Sachs, Coca Cola und Johnson & Johnson ihre Ergebnisse vor, nach der Schlussglocke folgen noch Intel und Yahoo.

Der Dow-Jones-Index verliert 0,3 Prozent auf 12.688 Punkte. Der S&P-500 sinkt um 0,2 Prozent auf 1.351 Punkte und der technologielastige Nasdaq-Composite gibt um 0,5 Prozent auf 2.883 Punkte nach.

Fed-Präsident Ben Bernanke hat vor dem US-Senat ein düsteres Bild der US-Konjunktur gezeichnet. Das Wirtschaftswachstum habe sich abgeschwächt und die Arbeitslosigkeit bewege sich hartnäckig auf einem hohen Niveau, sagte Bernanke bei seiner halbjährlichen Anhörung. Bernanke machte jedoch keine Andeutungen, ob die US-Notenbank eine dritte Runde der quantitativen Lockerung einläuten wird.

Die Aussagen von Bernanke seien wie erwartet ausgefallen, merkt Larry Dyer von HSBC Securities USA an. Seit der letzten Fed-Sitzung im Juni seien die Veränderungen in der US-Wirtschaft nicht gravierend genug gewesen um weitere Hinweise auf geldpolitische Maßnahmen zu rechtfertigen. Zudem habe das Protokoll der jüngsten Sitzung gezeigt, dass im Offenmarktausschuss Uneinigkeit bezüglich der Notwendigkeit weiterer Maßnahmen herrsche. Auch sei die "Operation Twist" zur Senkung langfristiger Zinsen bis Jahresende verlängert worden.

Neben den Aktienmärkten kommt vor allem der Euro mit den Aussagen unter Druck und fällt zwischenzeitlich unter die Marke von 1,22 Dollar. Die Aussagen seien deutlich positiv für den Dollar. "Wir haben eine klare Absage zu einer Zinssenkung im August", sagt ein Händler. "Bernanke will mit allen Mitteln vermeiden, vor den Präsidentschaftswahlen die Zinsen zu senken", erwartet er für die kommenden Monate. Eine Senkung der Zinsen wäre negativ für den Greenback. Die Gemeinschaftswährung wird aktuell bei 1,2225 Dollar gehandelt und hat sich damit wieder etwas erholt.

Dagegen drehen die US-Anleihen nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Mit den negativen Aussagen zur US-Konjunktur reduziere sich bei den Anlegern der Risiko-Appetit, was zu Umschichtungen in den sicheren Hafen der US-Anleihen führt. Die Rendite zehnjähriger Titel steht bei 1,47 Prozent.

Unter der gestiegenen Risiko-Aversion leidet auch der Ölpreis. Ein Barrel der Sorte WTI notiert aktuell bei 88,05 Dollar, ein Abschlag von 0,4 Prozent gegenüber dem Settlement des Vortages.

Daneben ist an den Börsen der Fokus auf die Berichtssaison gerichtet. Goldman Sachs führt hier den Reigen bei den positiven Ergebnis-Überraschungen unter den US-Banken fort. Nach J.P.Morgan, Wells Fargo und Citigroup hat nun auch Goldman die Markterwartung übertroffen. Der Gewinn je Aktie fiel im zweiten Quartal mit 1,78 Dollar deutlich über den erwarteten 1,13 Dollar aus. Die Aktie von Goldman Sachs dreht nach anfänglichen Gewinnen dennoch mit dem Gesamtmarkt ins Minus und verliert 0,1 Prozent.

Die Anteilsscheine des Getränkegiganten Coca-Cola klettern dagegen um 0,7 Prozent. Das Unternehmen schnitt in der zweiten Periode etwas besser als prognostiziert ab, besonders positiv verlief das Auslandsgeschäft.

Bei einem anderen Unternehmen aus dem Konsumsektor lief es dagegen nicht so rund. Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson verdiente im zweiten Quartal wegen Sondereffekten fast die Hälfte weniger als im Vorjahr. Zudem verfehlte der Konzern mit dem Umsatz die Vorhersagen. Die Aktie verliert 0,7 Prozent.

Die Titel von Yahoo fallen um 1,1 Prozent. Der Internetsuchmaschinen-Betreiber hat mit Marissa Mayer eine Ikone von Wettbewerber Google zum CEO bestimmt. Nach der Schlussglocke wird das Unternehmen zudem die Ergebnisse für das zweite Quartal bekannt geben. Auch Intel lässt sich nach Handelsende in die Bücher schauen und veröffentlicht die Zahlen für das zweite Quartal. Die Aktie verliert 0,8 Prozent.

INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          12.688,08  -0,31   -39,13 
S&P-500        1.350,70  -0,22    -2,94 
Nasdaq-Comp.   2.883,24  -0,47   -13,70 
Nasdaq-100     2.566,65  -0,40   -10,40 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Di, 8.20 Uhr  Mo, 18.00 Uhr 
EUR/USD   1,2222  -0,48%        1,2282         1,2261 
EUR/JPY  96,5722  -0,38%       96,9412        96,6451 
EUR/CHF   1,2010   0,00%        1,2011         1,2010 
USD/JPY  79,0065   0,09%       78,9330        78,8280 
GBP/USD   1,5586  -0,42%        1,5651         1,5633 
 

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

DJG/DJN/ros/reh

(END) Dow Jones Newswires

July 17, 2012 11:22 ET (15:22 GMT)

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