Das Ausbleiben sofortiger
Euro-Hilfsaktionen durch die Europäische Zentralbank hatn den
US-Börsen am Donnerstag Verluste eingebrockt. Dass EZB-Präsident
Mario Draghi zwar weitere Maßnahmen der Notenbank zur
Krisenbekämpfung angekündigt, aber ein sofortiges Eingreifen an den
Anleihemärkten ausgeschlossen hatte, sorgte laut Börsianern für
Unmut und Enttäuschung. Zudem herrsche zunehmend Vorsicht vor dem am
morgigen Freitag anstehenden monatlichen US-Arbeitsmarktbericht,
hieß es.
Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte knapp zwei
Stunden vor Handelsschluss 1,17 Prozent auf 12.818,75 Punkte ein und
verzeichnete damit den vierten Tag in Folge Verluste. Der
S&P-500-Index fiel um 1,24 Prozent auf 1.358,24 Punkte.
Auch die Nasdaq-Indizes, die im frühen Handel noch moderate Gewinne
verzeichnet hatten, gaben nach. Der Composite Index verlor 0,75 Prozent auf 2.898,21 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100
gab um 0,78 Prozent auf 2.614,46 Punkte nach.
Im Dow waren die Titel von Wal-Mart Stores die einzigen Gewinner mit plus 0,08 Prozent auf 73,68 US-Dollar.
Tags zuvor hatte die Deutsche Bank laut Händlern die Aktie von
"Sell" auf "Hold" hochgestuft. JPMorgan hingegen
zählten zu den schwächsten Werten mit minus 3,28 Prozent.
Apple sanken um unterdurchschnittliche 0,45
Prozent. Samsung hatte sich im kalifornischen
Patentprozess gegen das Unternehmen gleich zu Beginn Ärger mit dem
Gericht eingehandelt. Die Samsung-Anwälte hatten öffentlich die
Entscheidung kritisiert, den Prototyp eines Samsung-Handys den
Geschworenen vorzuenthalten und Medien mit Links zu den Bildern
versorgt.
General Motors (GM) büßten trotz eines überraschend
positiven Quartalsgewinns je Aktie 3,20 Prozent ein. Der Autobauer
hatte im zweiten Quartal einen Ergebniseinbruch von mehr als 40
Prozent verzeichnet, wofür vor allem das Verlustgeschäft in Europa
verantwortlich gewesen war. Die Aktien von Kellogg's stiegen nach Vorlage der Quartalszahlen des
Lebensmittelkonzerns um 3,39 Prozent.
Um 23,04 Prozent sprangen die Titel von First Solar hoch. Die Geschäfte des Solarkonzerns laufen wieder besser und das
Unternehmen hatte im zweiten Quartal wieder Geld verdient. Dagegen
ging es für Abercrombie & Fitch um fast 15 Prozent
abwärts, nachdem der Bekleidungshersteller seinen Ausblick für das
Gesamtjahr gesenkt hatte. Die Papiere des weltgrößten Herstellers
von Nachahmermedikamenten, Teva Pharmaceutical ,
fielen nach der Vorlage von Quartalszahlen um 3,43 Prozent. Facebook
gaben den fünften Handelstag in Folge nach und fielen auf
ein Rekordtief unter 20,00 Dollar.
Besondere Aufmerksamkeit zogen auch die Aktien der Knight
Capital Group auf sich, die nach einem Kurssturz von mehr
als 30 Prozent am Vortag nun um weitere knapp 60 Prozent einbrachen.
Der Finanzdienstleister hatte am Mittwoch Probleme mit seinen
computergestützten Systemen, die für massive Kursausschläge gesorgt
und die Handelsaussetzung mehrerer Aktien erzwungen hatten. Dem
Unternehmen selbst soll dadurch ein Vorsteuerverlust von 440
Millionen Dollar entstanden sein./ck/he
ISIN XC0009694206 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0322 2012-08-02/20:32