Von Jonathan House
MADRID--Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat erstmals angedeutet, dass er sich einen Antrag Spaniens auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF vorstellen könnte. Bei der traditionellen Halbjahrespressekonferenz gab Rajoy keine klare Antwort auf die Frage, ob Spanien einen entsprechenden Hilfsantrag plane und sagte, dass er zunächst mehr Informationen über die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) brauche. "Danach werden wir in Abhängigkeit von den Umständen die eine oder andere Entscheidung treffen", sagte er.
EZB-Präsident Mario Draghi hatte nach der EZB-Ratssitzung am Donnerstag klar gemacht, dass die EZB nur unter der Bedingung zu Käufen spanischer Staatsanleihen bereit ist, dass der Rettungsfonds EFSF oder später der ESM zuerst am Staatsanleihemarkt intervenieren. Das ist aber nur möglich, wenn Spanien offiziell einen Antrag stellt. Draghi sagte zudem, dass EFSF/ESM-Interventionen kein Garant für EZB-Käufe seien.
Bisher hat Spanien lediglich Hilfen für seine Banken beantragt. Ein volles Hilfsprogramm würde Reform- und Sparauflagen der Geberländer nach sich ziehen, denen Spanien gerne aus dem Wege gehen würde. Aus diesem Grund hatten spanische Politiker EFSF-Hilfen für ihr Land bisher ausgeschlossen. Bei einer Pressekonferenz mit Italiens Ministerpräsident Mario Monti am Vortag hatte sich Rajoy zu dem Thema überhaupt nicht geäußert.
Die Renditen zehnjähriger spanischer Staatsanleihen waren im Juni auf über 7 Prozent gestiegen. Zu diesen Bedingungen könnte sich das Land zumindest nicht langfristig refinanzieren. Bei Auktionen am Donnerstag brachte das Land Anleihen mit zwei- bis zehnjähriger Laufzeit für 3,13 Milliarden Euro im Markt unter. Beobachter werteten das als Anzeichen dafür, dass Spanien derzeit nicht wagt, größere Beträge aufzunehmen.
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August 03, 2012 13:04 ET (17:04 GMT)
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