(Korrigiert wird im 1. Absatz, 2. Satz die prozentuale
Veränderung des Dax. Dieser verlor 0,58 rpt 0,58 Prozent.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Negative Konjunkturdaten aus Frankreich
und Italien sowie Sorgen über Europas Schuldenkrise haben deutsche
Aktien zum Wochenschluss belastet. Der Dax fiel im Verlauf
auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten, machte am Nachmittag
jedoch einen großen Teil der Verluste wett und endete 0,58 Prozent
tiefer bei 7.163,50 Punkten. Auf Wochenbasis verlor der Leitindex
damit 2,72 Prozent. Der MDax sank am Freitag um 0,37
Prozent auf 11.340,87 Punkte und der TecDax um 0,45
Prozent auf 803,09 Punkte. Die Börsianer hätten nach der
US-Präsidentschaftswahl mit einer Erholung gerechnet und seien in
dieser Woche auf dem falschen Fuß erwischt worden. Und vor dem
Wochenende habe kaum jemand Risiken eingehen wollen, resümierte
Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade das Geschehen.
Händler begründeten die steile Abwärtsbewegung am Vormittag mit
einer schwachen Industrieproduktion in Frankreich und Italien, die
den seit der US-Wahl zu spürenden Verkaufsdruck noch verstärkt habe.
Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko Markets erinnerte zudem
daran, dass in Griechenland am Sonntagabend über den Haushalt für
2013 abgestimmt wird. Aus EU-Ratskreisen hieß es, die Eurogruppe der
Finanzminister dürfte kommenden Montag noch nicht über die nächste
Hilfszahlung für die Hellenen entscheiden. Den Markt belastet habe
auch der hartnäckige Widerstand Spaniens gegen einen offiziellen
Hilfsantrag beim Krisenfonds ESM, was die EZB zur Untätigkeit
verdamme, hieß es.
US-DATEN STÜTZEN
Am Nachmittag sorgten besser als erwartet ausgefallene
US-Wirtschaftsdaten und eine freundliche Eröffnung der New Yorker
Wall Street für reduzierte Kursverluste. So waren die
US-Einfuhrpreise im Oktober überraschend um 0,5 Prozent gestiegen,
während Volkswirte mit einer Stagnation gerechnet hatten. Zudem
hatte sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima
im November überraschend deutlich aufgehellt. Und auch die
US-Lagerbestände im Großhandel waren im September um 1,1 Prozent und
damit deutlich stärker als erwartet gestiegen.
Nach der jüngsten Zahlenflut standen vor dem Wochenende
vergleichsweise wenige Unternehmensbilanzen auf der Agenda. Die
endgültigen Quartalszahlen der Allianz enthielten laut
Händlern keine Überraschungen, so dass die Aktien um 0,78 Prozent
nachgaben. Die Papiere der Commerzbank sowie der Deutschen
Bank gaben nach schwachen Zahlen des französischen
Wettbewerbers Credit Agricole um 6,34
respektive 2,32 Prozent nach und gehörten damit zu den schwächsten
Werten im Leitindex. Beim Autozulieferer und Rüstungskonzern
Rheinmetall sorgten die deutlich gesenkten Jahresziele für
einen Kursrutsch von 5,67 Prozent.
GROSSAUFTRAG FÜR NORDEX
Bei den Technologiewerten stiegen Drillisch um 0,68
Prozent. Die Aktien des Mobilfunkanbieters hätten sich bereits nach
den jüngst veröffentlichten Zahlen des Konkurrenten Freenet
, an dem Drillisch beteiligt ist, überdurchschnittlich
entwickelt, sagte ein Börsianer. Die Euromicron -Titel
büßten als TecDax-Schlusslicht mehr als zehn Prozent ein. Der
Spezialist für Netzwerke und Glasfaserkabel hatte unter einer
unerwartet schwachen Nachfrage gelitten. Dagegen gewannen die Aktien
von Nordex mehr als zwei Prozent. Ein Großauftrag aus
Südafrika für den Bau eines Windparks sorge für Fantasie und treibe
die Aktien, sagte ein Händler.
Der EuroStoxx 50 schloss 0,03 Prozent höher bei
2.479,82 Punkten. Der Londoner FTSE-Index büßte 0,11
Prozent ein, während der Paris CAC 40 um 0,47 Prozent
zulegte. In New York lag der Dow Jones Industrial zum
Handelsschluss in Europa 0,29 Prozent höher.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite
börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,08 Prozent am Vortag auf
1,06 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent
auf 135,05 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,02
Prozent auf 143,11 Punkte. Der Euro konnte sein Minus im
späten Handel etwas verringern und wurde zuletzt bei 1,2716
US-Dollar gehandelt. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank
(EZB) den Referenzkurs noch auf 1,2694 (Donnerstag: 1,2736) Dollar
festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7878 (0,7852) Euro./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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