Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag
nach einem richtungslosen Start mehrheitlich etwas zugelegt.
Marktstratege Stan Shamu von IG erinnerte daran, dass Griechenland
auch nach seinem Haushaltsbeschluss mit dem am Nachmittag startenden
Treffen der Euro-Finanzminister im Fokus bleibe. Gegen Mittag stand
der Dax 0,25 Prozent höher bei 7.181,68 Punkten und zeigte
sich damit leicht erholt vom jüngsten Kursrutsch. Für den MDax
ging es dagegen um 0,02 Prozent auf 11.338,83 Punkte nach
unten, während der TecDax 0,43 Prozent auf 806,55 Punkte
gewann.
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sah den Dax "zwischen
Hoffen und Bangen". Zwar sollte sich der Leitindex nach den satten
Kursverlusten der Vorwoche etwas erholen, schrieb Analyst Wolfgang
Albrecht. Allerdings dürfte die Nervosität über die weitere
Entwicklung Europas zurückkehren. "Die Anleger sind vor dem heutigen
Treffen der Finanzminister unsicher, ob es wirklich zu einer
Entscheidung für eine neue Hilfstranche an Griechenland kommt."
LUFTHANSA LEGEN ZU - DEUTSCHE WOHNEN SEHR FEST NACH ZAHLEN
Im Dax legten die Aktien der Lufthansa vor monatlichen
Verkehrszahlen und nach einem positiv aufgenommenen Sparplan des
Konkurrenten SAS Group um 0,81 Prozent zu.
Ansonsten machten sich noch die Ausläufer der Berichtssaison mit ein
paar Zahlen von Unternehmen aus der zweiten Reihe bemerkbar. Im MDax
reagierten die Aktien von Deutsche Wohnen mit Gewinnen
von mehr als zwei Prozent auf die Zahlenvorlage. Der Konzern erhöhte
nach einem starken Ergebnis in den ersten neun Monaten erneut die
Prognose für die für Immobilienunternehmen wichtige Kennziffer Funds
From Operations (FFO) ohne Immobilienverkäufe. Händler lobten, der
Konzern habe im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten.
Dagegen gaben die Fraport-Titel nach Verkehrszahlen
für den Oktober um mehr als ein Prozent nach. Beim Frankfurter
Flughafenbetreiber glich ein starkes Passagierplus in Perus
Hauptstadt Lima die schwache Entwicklung in Frankfurt aus. Die
finalen Zahlen böten keine große Überraschung, sagte ein Börsianer.
Für die EADS-Papiere ging es nach
Schmiergeldvorwürfen um mehr als anderthalb Prozent bergab. Zudem
belastet einem Händler zufolge, dass ein A380 der Fluggesellschaft
Emirates wegen eines Triebwerkschadens notlanden musste. Bei dem
Triebwerk handelt es sich um das Modell GP7000, an dem auch MTU
mitarbeitet. Die Aktien des Triebwerksbauers verloren über
ein Prozent.
WINCOR SCHWACH: GEWINNEINBRUCH - PHASE-I-STUDIE STÜTZT MORPHOSYS
Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr sanken
die Aktien von Wincor Nixdorf um anderthalb Prozent. Nun
will der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller sein Geschäft in
Schwellenländern noch stärker forcieren und weitere Stellen in
Europa abbauen. Das Zahlenwerk sei wenig inspirierend, sagte ein
Händler. Zudem klinge die Zielsetzung für das laufende
Geschäftsjahr, in dem Wincor keine Wachstumsimpusle erwartet,
gedämpft. Die Titel des Agrarhändlers Baywa gewannen
indes nach Zahlen 0,70 Prozent. Im TecDax gehörten die Aktien des
Biotechnologie-Unternehmens Morphosys mit mehr als zwei
Prozent plus zu den Spitzenwerten. Händler verwiesen auf die
jüngsten Ergebnisse einer Phase-I-Studie. Diese stützten den
Kurs./gl/rum
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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