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20.11.2012 | 11:24
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HVB onemarkets·Mehr Nachrichten von HVB onemarkets

Starke Währungen gesucht


 

Der weltweite Währungshandel ist der größte Markt der Welt. Auch für Privatanleger wird er angesichts sinkender Zinssätze bei Bundesanleihen immer attraktiver.

 

Der 18. Juli 2012 markierte ein historisches Datum in der deutschen Geschichte der Geldanlage. Zum ersten Mal überhaupt musste die Bundesrepublik kein Geld dafür bezahlen, dass sie sich für gleich zwei Jahre Geld von ihren Schuldnern lieh. Im Gegenteil: Sie bekam sogar welches dafür. Die Bundesbank meldete einen Effektivzins von minus 0,06 Prozent für eine zwei Jahre laufende Anleihe. Deutschland zahlt damit die niedrigsten Zinsen in seiner Geschichte. Gleichzeitig müssen allerdings viele Krisenstaaten der Eurozone hohe Zinsen zahlen. Doch bei solchen Investments gehen Anleger Risiken ein, die schwer zu kalkulieren sind. Dies macht die aktuelle Situation schwierig. Viele suchen deshalb nach Anlagealternativen in soliden Währungsräumen außerhalb der Eurozone. Fremdländische Währungen können eine sinnvolle Ergänzung für ein breit gestreutes Portfolio sein und dem Depot zusätzliche Stabilität verleihen. Hinzu kommt, dass Investments in starke Währungen teilweise sehr gut verzinst sind.

 

Die Auswahl zählt

Doch wie wählen Anleger die richtige Währung aus? Die Möglichkeiten sind immens: Weltweit gibt es mehr als 160 unterschiedliche Devisen – aber nicht alle eignen sich für ein Investment. Kein leichtes Unterfangen, die passenden auszuwählen. Die Attraktivität einer Währung für Anleger hat nicht ausschließlich mit rationalen Entscheidungsfaktoren zu tun. Die Psychologie kann vieles bewegen – zum Beispiel beim US-Dollar. Obwohl die US-Zentralbank die Leitzinsen auf historisch niedrige 0 bis 0,25 Prozent gesenkt hat und zusätzlich durch mittlerweile drei Kaufprogramme für Staatsanleihen Geld in den Markt pumpt, bleibt der Dollar gegenüber dem Euro verhältnismäßig stark. Der Grund dafür ist unter anderem darin zu finden, dass Anleger im US-Dollar eine klassische Fluchtwährung sehen. Machen sie sich Sorgen um die Weltkonjunktur und damit um die Sicherheit ihrer Investments, tauschen sie häufig ihr Geld in Dollar um, weil dieser nach wie vor als sicherer Hafen gilt. Schlechte Nachrichten zur Weltkonjunktur verhelfen der Währung deshalb häufig zu zwischenzeitlichen Hochs.

 

Schwacher US-Dollar

"Wenn man sich aber die langfristige Entwicklung ansieht, wird deutlich, dass der US-Dollar eigentlich eine schwache Währung ist", sagt Armin Mekelburg, Währungsanalyst der UniCredit. Im Prinzip habe die amerikanische Devise seit 2002 kontinuierlich an Akzeptanz eingebüßt. Solange die US-Zentralbank Federal Reserve die Leitzinsen nicht signifikant anheben werde – wovon derzeit nicht auszugehen ist –, sei der US-Dollar als langfristiges Investment nicht interessant. "Der Euro-Dollar-Kurs ist ein rein politischer Kurs. Die zwischenzeitlichen Hochs kehren sich nach Unsicherheitsperioden oft wieder um, wodurch der US-Dollar wegen der geringen Verzinsung für Privatanleger nur bedingt als Anlagewährung taugt", so der Währungsexperte weiter. Neben dem US-Dollar haben viele Anleger in den vergangenen Jahren Schweizer Franken gekauft. Die Folge: Die Währung erreichte ungeahnte Höhen. Bis schließlich im September vergangenen Jahres die Schweizerische Nationalbank SNB radikal eingriff und so lange Euro kaufte, bis 1 Euro wieder rund 1,20 Franken kostete. Wie gewaltig der Eingriff war, zeigt die Vergrößerung der Devisenreserven der Alpenrepublik: Im September 2011 lag der Bestand bei 250 Milliarden Schweizer Franken. Ein Jahr später sind die Rücklagen auf über 429 Milliarden Franken angewachsen – bei einem Großteil der Geldmenge handelt es sich um Euro. Mit dieser gewaltigen Aktion konnte die SNB ihr Ziel erreichen. Viele Anleger zogen sich zurück.

 

Das Beispiel des Schweizer Frankens zeigt, wie groß der Einfluss der Zentralbanken ist. Wie stark eine Währung ist, wird aktiv von dieser Institution bestimmt. Ihre Macht liegt vor allem darin, dass sie den sogenannten Leitzins ihres Währungsraums festsetzen kann. An diesem orientieren sich alle wichtigen Zinssätze eines Landes – für Kredite, Geldeinlagen und Staatsanleihen. Der Einfluss, den eine Zentralbank auf das Schicksal einer Währung hat, ist somit immens. "Die gute Nachricht ist, dass die Aktionen der Zentralbanken sich an einem klaren Auftrag ausrichten und sich deshalb zumindest zum Teil vorhersagen lassen", erklärt Experte Mekelburg. So ist die wichtigste Aufgabe von Zentralbanken, die Inflation, also die Preissteigerung, im Zaum zu halten. Werden die Waren und Dienstleistungen im Land zu schnell zu teuer, greifen sie ein und erhöhen die Zinsen. Besteht die Gefahr eines starken Einbruchs der Wirtschaft oder gar einer Deflation, also sinkender Preise, lässt die Zentralbank durch niedrigere Zinsen mehr Geld ins System fließen.

 

Von hohen Leitzinsen profitieren

Theoretisch profitieren Anleger gleich doppelt von Ländern, in denen die Zentralbank besonders hohe Leitzinsen festlegt. Einerseits werden dann Anlagen in der jeweiligen Währung besonders gut verzinst, weil sie sich am Leitzins orientieren. Andererseits wird die Währung durch die gute Verzinsung für Anleger aus dem Ausland immer attraktiver. Tendenziell steigen also die Investments in die Hochzinswährung, was die Nachfrage und damit ihren Wechselkurs anheizt. "Allerdings sollten Anleger nicht nur die Entscheidungen der jeweiligen Zentralbank im Auge behalten", rät Devisenexperte Mekelburg. So spielt zum Beispiel auch die Wirtschafts- und Exportkraft eines Landes eine Rolle, wenn es um die Stärke seiner Währung geht. So kann es vorkommen, dass die Währung trotz eines hohen Leitzinses schwach ist. Belastend kann beispielsweise sein, wenn ein Land im Vergleich zum Import nur geringe Exportzahlen verbucht. Die Folge: Es gelangen auf natürlichem Wege relativ wenig Devisen ins Land, während der Staat umgekehrt relativ viel ausländische Devisen ankaufen muss, um zum Beispiel Öllieferungen aus dem Ausland zu bezahlen.

 

Blick nach Norden

Interessant sind deshalb insbesondere die Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Norwegen, Australien oder Südafrika. Norwegen beispielsweise muss sich keine Sorgen über ein Außenhandelsdefizit machen. Als Erdöl-Exporteur verfügt das Land über eine hervorragende wirtschaftliche Ausgangsposition, die Staatsfinanzen sind solide und die Wirtschaft wächst überdurchschnittlich. Zudem verzeichnet die norwegische Krone gegenüber dem Euro seit einiger Zeit eine Wertsteigerung: Wer 1 Euro in die nordische Währung tauschte, erhielt Ende 2009 8,50 Kronen – mittlerweile sind es nur noch 7,36 Kronen (Stand: 19. November 2012). Ein weiterer Faktor für die Stärke der Krone: Anleger müssen sich nicht darum sorgen, dass die Krone unter einem schwachen Euro leidet. Zudem bescheinigen die Ratingagenturen dem Land eine hervorragende Bonität.

Noch beliebter als Norwegen ist bei Deviseninvestoren der Kontinent Australien. Mit einem Leitzins von derzeit überdurchschnittlichen 3,25 Prozent und einer starken Exportwirtschaft hat der australische Dollar seinen Wert seit Anfang 2009 extrem gesteigert. Reisende aus Europa bekamen damals rund 2 australische Dollar für 1 Euro. Inzwischen ist es ein günstiger Kurs, wenn der Gegenwert bei 1,25 Dollar liegt. Wer in australische Dollar investieren möchte, sollte allerdings die Wirtschaftsentwicklung in China im Auge behalten. Denn ein großer Teil der australischen Wirtschaftskraft erwächst aus Exporten ins Reich der Mitte. Die größte Nachfrage besteht nach Kohle und Eisenerzen – Rohstoffe, die umso knapper sind, je besser die Weltkonjunktur läuft. Plant China also – so wie aktuell erwartet – eine weitere Leitzinssenkung, dürfte der australische Dollar davon profitieren. Zusammen mit dem jüngsten Konjunkturpaket der chinesischen Regierung, das immerhin mehr als 120 Milliarden US-Dollar schwer ist, sind das gute Nachrichten für eine Währung, deren Notierungen zuletzt nach einer langen Wachstumsphase zu schwächeln anfingen. "Anleger sollten beachten, dass der australische Dollar bereits ziemlich stark ist und deshalb Rückschläge nicht ausgeschlossen werden können", warnt Währungsexperte Armin Mekelburg. "Auf mittlere Sicht sehen die Rahmenbedingungen aber weiterhin danach aus, dass sich der australische Dollar leicht besser als der Euro entwickeln wird – und das bei einem deutlich besseren Zinssatz."

 

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets Magazin 11/2012.

 

Südafrika: deutliche Aufwertung

Als rohstoffreiches Land ebenfalls interessant ist Südafrika. Seit Anfang 2009 hat auch der südafrikanische Rand gegenüber dem Euro deutlich aufgewertet. Zwar hat die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2010 sich nicht im erhofften Umfang als Wirtschaftsmotor erwiesen, trotzdem haben die großen Investitionen in die Infrastruktur im Vorfeld des Ereignisses die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise zumindest abgefedert. Trotz der immer noch relativ hohen Arbeitslosigkeit im Land rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aktuell mit einer Wachstumsrate von 4,2 Prozent für das kommende Jahr.

Der brasilianische Real ist als Anlagewährung eher aus politischen Gründen interessant. Denn einerseits ist das Zinsniveau in Brasilien mit derzeit 7,25 Prozent (Stand: 16. Oktober 2012) überdurchschnittlich hoch, andererseits versucht die Zentralbank, den Wechselkurs zum US-Dollar stabil zu halten. Das verringert das Währungsrisiko für Anleger. Erst Ende September hatte Staatspräsidentin Dilma Rousseff vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen bekräftigt, dass Brasilien das Recht habe, sich gegen eine unkontrollierte Aufwertung des Real zur Wehr zu setzen. Anleger aus der Eurozone sollten deshalb bei einem Investment in Brasilien zurzeit den Wechselkurs zum US-Dollar im Auge behalten, da der Real sich stark an diesem orientiert.

 

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets Magazin 11/2012.

 

Egal ob Real, Krone oder australischer Dollar: Wer an einem Währungsinvestment interessiert ist, hat verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können Anleger Staatsanleihen kaufen und von dem Zinssatz sowie dem Wechselkurs profitieren – wenn die Rechnung aufgeht. Die wirtschaftlichen Probleme im Euro-Dollar-Raum haben allerdings gezeigt, dass dies nicht immer der Fall ist. Des Weiteren haben Investoren die Möglichkeit, Währungen direkt zu kaufen und auf Wechselkursschwankungen zu spekulieren. Wer dies tut, begibt sich auf den größten Markt der Welt. Jeden Tag werden nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) weltweit Währungen im Gegenwert von vier bis fünf Milliarden US-Dollar gehandelt. Der Großteil dieser Transaktionen wird über den Finanzplatz London abgewickelt, und bei fast jeder zweiten spielt der US-Dollar eine Rolle. Hier geht es nicht nur um Spekulationen. Auch die Zentralbanken handeln mit Währungen, ebenso große Unternehmen, die international agieren.

 

Fonds ohne Emittentenrisiko

Einzelinvestments in Währungen können zwar profitabel sein, bergen aber auch einige Risiken. Eine Alternative ist beispielsweise ein Fonds, der breit diversifiziert auf relativ hohe Zinssätze sowie starke Währungen setzt. Grundlage dieses Fonds ist der BestZins Welt (Performance-)Index. Darin können je zwei Währungen aus den Regionen Afrika und Mittlerer Osten, Asien und Pazifik, Nordamerika, Osteuropa sowie Westeuropa vertreten sein. Dieses Vorgehen bietet eine breite Risikostreuung. Aktuell zählen unter anderem der australische Dollar, die norwegische Krone, die türkische Lira, aber auch exotischere Währungen wie der thailändische Baht und der südafrikanische Rand zum Index. Vierteljährlich wird die Zusammensetzung überprüft und gegebenenfalls werden Währungen ausgetauscht. Dazu werden die Tagesgeldsätze von allen 20 zur Auswahl stehenden Devisen ermittelt. Pro Region nimmt der Fonds zwei Währungen gleichgewichtet in das Barometer auf, die gegenüber dem EONIA-Zinssatz den höchsten Aufschlag aufweisen. Die aufgelaufenen Zinserträge werden in den Fonds reinvestiert. Damit eignet sich ein solcher Fonds vor allem für Anleger, die internationale Zins- und Währungsmärkte ins Depot mischen wollen.

 

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets Magazin 11/2012.

 

Für sicherheitsorientierte Anleger können Garant-Anleihen von Interesse sein. Wie der Tagesgeldfonds investieren Wechselkurs-Garant-Anleihen diversifiziert in unterschiedliche Währungen. Die Streuung mindert das Risiko teilweise. Fallende Kurse werden nicht an Anleger weitergegeben. Von einer positiven Wertentwicklung der zugrunde liegenden Währungen können Investoren hingegen überdurchschnittlichprofitieren. Zudem sind die Wertpapiere mit einem Kapitalschutz ausgestattet. Anleger erhalten zum Ende der Laufzeit – ganz gleich wie sich die Währungen entwickelt haben – mindestens den Nominalbetrag zurück. Anleger sollten jedoch bedenken, dass das exakte Auszahlungsprofil nur am Ende der Laufzeit eintritt. Während der Laufzeit können unterschiedliche Faktoren den Kurswert der Garant-Anleihen beeinflussen, was zwischenzeitlich auch zu einer negativen Performance führen kann. Zudem handelt es sich bei Garant-Anleihen um Inhaberschuldverschreibungen. Bei Insolvenz der Emittentin kann es zu einem Verlust bis hin zu einem Totalverlust kommen.

 

Weitere Infos unter: www.onemarkets.de

 


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