Das ergebnislose Treffen der Geldgeber von
Griechenland dürfte die deutschen Aktienindizes am Mittwoch zunächst
einige Punkte kosten. Nach zwei freundlichen Tagen deutet der X-Dax
als außerbörslicher Indikator für den Leitindex DAX rund
eine Stunde vor Handelsbeginn einen um 0,39 Prozent schwächeren
Auftakt an. Seit der Vorwoche ist das Kursbarometer allerdings um
über drei Prozent angesprungen. Auch der Euro kam seit dem Vortag um
gut einen Cent zurück.
"Wir haben intensiv diskutiert. Wir haben einen besseren
Kontrollmechanismus." Da die Fragen so kompliziert seien, habe es
jedoch keine abschließende Lösung gegeben, sagte
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am frühen Mittwochmorgen nach
Marathonverhandlungen in Brüssel. Nun soll am kommenden Montag
weiter über die Griechenland-Hilfen getagt werden. Bei den knapp
12-stündigen Verhandlungen ging es unter anderem darum, ob
Griechenland eine neue Hilfsauszahlung von mindestens 31,5
Milliarden Euro erhalten kann. Auch diese Zahlung kann wegen der
fehlenden Vereinbarung noch nicht geleistet werden. Ein weiteres
Problem ist ein Finanzloch, das bis 2014 rund 13,5 Milliarden Euro
ausmachen wird.
Die Devisenexperten der Commerzbank sehen sich an ein gewisses
"Verunfallungsrisiko" erinnert: "Auch wenn Alle im Prinzip dieselben
Ziele verfolgen, kann es irgendwann einmal passieren, dass man sich
nicht zeitgerecht zusammenraufen kann."
SIEMENS VON VERKAUFSEMPFEHLUNG BELASTET
Im Dax gab es vorbörslich mit Henkel nur einen Wert
mit knappen Kursgewinnen. Besonders unter Druck gerieten dagegen
Siemens-Papiere nach einer Verkaufsempfehlung der
Deutschen Bank. Preisverfall und geringes Wachstum seien nicht
gerade eine gute Kombination, so Analyst Peter Reilly über den
Technologiekonzern. Das Margenziel von 12 Prozent für das
Geschäftsjahr 2014 hält er für ambitioniert und weitere
Beteiligungsverkäufe für wünschenswert.
Auch K+S tendierten nach einer Studie
überdurchschnittlich schwach. Der Düngerproduzent habe aufgrund
fortgesetzter Produktionsbeschränkungen nur begrenzt Potenzial, um
im kommenden Jahr von einer möglichen Kalidünger-Nachfrageerholung
zu profitieren, meint Neil Tyler von JPMorgan.
SÜDZUCKER SCHWACH - PRIVATPLATZIERUNG GEPLANT
Im MDax rutschten Südzucker um mehr als fünf Prozent
ab. Europas größter Zuckerproduzent will sein Eigenkapital stärken.
Zu diesem Zweck soll allen Inhabern der bis 2016 laufenden
Wandelschuldverschreibung ein Rückkaufangebot unterbreitet werden.
Finanzieren will Südzucker dies teilweise durch eine parallel
durchgeführte Privatplatzierung von bis zu 15 Millionen neuen Aktien
aus genehmigtem Kapital und etwa 580.000 eigenen Aktien.
Die Aktien von Sky Deutschland legten unterdessen
gegen den Trend zu. Der chronisch defizitäre Bezahlsender hat sich
steuerliche Verlustvorträge in Milliardenhöhe rechtlich abgesichert.
Laut einer verbindlichen Auskunft des Finanzamtes München blieben
die 2,1 Milliarden Euro an Verlustvorträgen auch erhalten, wenn es
zu einer Änderung der Gesellschafterstruktur käme, teilte Sky
Deutschland mit. Gagfah veränderten sich nach
Neunmonatszahlen kaum./ag/rum
ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416
AXC0028 2012-11-21/08:25