Die langersehnte Einigung auf weitere
Finanzspritzen für Griechenland hat am deutschen Aktienmarkt am
Dienstag für Gewinne gesorgt. Der Dax stieg im frühen
Handel um 0,68 Prozent auf 7.341,66 Punkte. Für den MDax ging es um 0,56 Prozent auf 11.434,86 Punkte nach oben. Der TecDax
kletterte um 0,63 Prozent auf 835,25 Punkte. Die
internationalen Geldgeber verständigten sich grundsätzlich auf die
Auszahlung neuer Hilfen an Griechenland von fast 44 Milliarden Euro.
Davon sollen 34,4 Milliarden Euro noch im laufenden Jahr fließen.
Zudem einigten sich die EU-Finanzminister auf ein Maßnahmenbündel,
um die Schuldenlast Griechenlands auf Dauer zu drücken. Dazu gehören
ein Programm zum Rückkauf von Schulden, Zinsstundungen für
Hilfskredite vom Rettungsschirm EFSF oder längere
Darlehenslaufzeiten.
Auch an den wichtigen europäischen Börsen ging es nach oben. Der
EuroStoxx 50 etwa gewann mehr als ein halbes Prozent. Der
Kurs des Euro hatte zunächst ebenso von den
Griechenland-Entschlüssen profitiert und in der Nacht zum Dienstag
kurzzeitig die Marke von 1,30 US-Dollar geknackt. Zuletzt kam er
aber wieder zurück auf 1,2977 Dollar.
'UNSICHERHEITSFAKTOR ENTFÄLLT', BANKENWERTE TOP IM DAX
Wenngleich viele Marktteilnehmer mit einem Kompromiss gerechnet
hätten und dieser weitgehend eingepreist sei, entfalle nun ein
großer Unsicherheitsfaktor, schrieb Händler Markus Huber von ETX
Capital. Vor diesem Hintergrund seien die Beschlüsse positiv für die
Aktienbörsen, insgesamt sollte das Kurspotenzial aber begrenzt
bleiben. Die nächste Hürde seien nun die US-Haushaltsgespräche zur
Umschiffung der drohenden Fiskal-Klippe. Daneben dürfte sich der
Fokus dem Analysten Dirk Gojny von der National-Bank zufolge auch
wieder auf Konjunkturdaten richten. So werden am Nachmittag unter
anderem US-Daten zu Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter
und dem Verbrauchervertrauen erwartet.
Größter Gewinner im Dax waren die Aktien der Commerzbank
mit plus 3,12 Prozent, gefolgt von den Papieren der
Deutschen Bank . Diese verteuerten sich um 2,38 Prozent.
GSW IMMOBILIEN UND DEUTSCHE WOHNEN PROFITIEREN VON HOCHSTUFUNG
Im MDax waren die Titel der Immobiliengesellschaften
Deutsche Wohnen und GSW Immobilien mit am
stärksten gefragt. Sie rückten jeweils um mehr als zwei Prozent vor.
Analystin Bianca Riemer von Morgan Stanley hob beide Immobilientitel
auf "Overweight", da sehr geringe Finanzierungskosten neuer Schulden
bei Zukäufen besonders deutliche Gewinnsteigerungen zur Folge
hätten. Dies habe sie nun in ihrer Bewertung mit geringeren
Abschlägen gegenüber dem Buchwert berücksichtigt.
Nordex erhielt einen zweiten Auftrag für die
Errichtung eines Windparks in Südafrika mit einem Volumen von rund
80 Millionen Euro. Die Papiere verteuerten sich als stärkster
TecDax-Wert um mehr als sechs Prozent. Nach Bekanntgabe einer
Technologiepartnerschaft mit Lanthio Pharma ging es für
Morphosys-Aktien um knapp ein Prozent nach oben. DZ
Bank-Analyst Elmar Kraus begrüßte die Vereinbarung als weiteren
"Schritt über Antikörper hinaus". Neben der Erweiterung der
technologischen Reichweite auf neue Wirkstoffklassen stelle sie auch
ein neues Geschäftsmodell dar: die Beteiligung mit Wagniskapital an
jungen Unternehmen./mis/rum
ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416
AXC0077 2012-11-27/10:16