Die Sorgen um die in den USA drohende
Fiskalklippe haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch moderat ins
Minus gedrückt. Zuletzt verlor der Dax 0,41 Prozent auf
7.302,08 Punkte. Allerdings hatte der deutsche Leitindex in den
vergangenen sieben Handelstagen fast fünfeinhalb Prozent gewonnen
und liegt insgesamt auf Kurs Richtung Jahreshoch. Für den MDax
ging es am Mittwoch um 0,33 Prozent auf 11.394,75 Punkte
nach unten. Der TecDax verlor 0,55 Prozent auf 832,22
Punkte.
Die Einigung auf weitere Griechenland-Hilfen habe den Aktienmarkt
nur kurz aufatmen lassen, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX
Capital. Die Anleger reagierten nun wieder sensibel auf die
Entwicklung des US-Haushaltsstreits. Der dürfte nach Ansicht des
Experten in den kommenden zwei bis drei Wochen kaum gelöst werden.
Harry Reid, der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, hatte
sich enttäuscht über die bisherigen Fortschritte geäußert. Sollten
die beiden Parteien sich nicht einigen, drohen am Jahresende
Steuererhöhungen und Budgetkürzungen mit einem Volumen von einigen
hundert Milliarden US-Dollar.
BMW PROFITIEREN VON ANALYSTENKOMMENTAR
Die Anteilsscheine von BMW zählten nach einem
positiven Analystenkommentar zu den wenigen Gewinnern im Dax. Sie
kletterten um 0,24 Prozent auf 66,72 Euro. Analyst Max Warburton von
Bernstein Research hatte seine Prognosen für den Autobauer aufgrund
des China-Geschäfts erhöht und zudem versteckte liquide Mittel bei
seiner Bewertung berücksichtigt. Daher hob er sein Kursziel bei
einem unveränderten "Outperform"-Votum von 75,00 auf 90,00 Euro.
Daneben spielte der Experte das Szenario eines Rückzugs von der
Börse unter Führung des Großaktionärs, der Familie Quandt, durch.
Die Henkel-Titel setzten derweil ihren jüngsten
Aufwärtstrend mit plus 0,68 Prozent fort.
Die Aktien von ThyssenKrupp gaben nach Spekulationen
über neue Horrorzahlen beim geplanten Verkauf der Stahlwerke in
Übersee hingegen um zwei Prozent nach. Laut "Süddeutscher Zeitung"
rechnet das Management damit, beim geplanten Verkauf der Anlagen bis
zu elf Milliarden Euro zu verlieren. Ein Analyst hielt zudem eine
Dividendenkürzung für denkbar. Deutlicher nach unten ging es im Dax
nur für die Papiere der Deutschen Bank mit minus 2,92
Prozent, nachdem die Titel am Vortag noch zu den Favoriten gezählt
hatten.
CELESIO UND METRO SEHR SCHWACH - ANTEILSVERKAUF BELASTET
Im MDax bekamen die Aktien von Celesio die Folgen
eines Anteilsverkaufs durch den Großaktionär Haniel zu spüren und
zählten neben den Metro-Titeln zu den schwächsten Werten.
Die Papiere des Pharmagroßhändlers verbilligten sich um 2,41
Prozent. Die Metro-Beteiligung will Haniel zudem binnen 18 Monaten
von 34,24 auf 30,01 Prozent abbauen. Metro-Aktien sackten daraufhin
um 3,57 Prozent ab.
Mit Blick auf die anstehenden Veränderungen im marktbreiten
europäischen Index Stoxx Europe 600 waren die Papiere von
Wacker Chemie mit minus 2,28 Prozent und die Titel von
Puma mit einem Abschlag von 2,07 Prozent besonders
auffällig. Sie werden aus dem Index fallen. Die Aktien von Leoni
, die ebenfalls aus dem Index ausscheiden, bewegten sich in
etwa auf dem Marktniveau. Sky Deutschland , dessen
Anteilsscheine künftig in dem Index vertreten sein werden, gaben um
0,83 Prozent nach./mis/ajx
---Von Michael Schilling, dpa-AFX---
ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416
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