Der Budgetstreit hat die US-Aktienmärkte am
vorletzten Börsentag des Jahres erneut belastet. Kaum Auswirkungen
hatten hingegen die positiv ausgefallenen Konjunkturdaten: So hatte
sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago
überraschend deutlich aufgehellt und im November war die Zahl der
noch nicht vollständig abgeschlossenen Hausverkäufe stärker als
erwartet gestiegen.
Der Dow Jones Industrial sank am Freitag um 0,41
Prozent auf 13.042,17 Punkte und verzeichnete damit den fünften
Handelstag in Folge Verluste. Der S&P-500-Index verlor
0,43 Prozent auf 1.412,00 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq
fiel der Composite-Index um 0,18 Prozent auf 2.980,52
Punkte. Der Auswahlindex NASDAQ 100 büßte 0,20 Prozent
auf 2.627,74 Punkte ein.
Kurz vor Ablauf der entscheidenden Jahresend-Frist im
Haushaltsstreit will Präsident Barack Obama versuchen, doch noch
einen Kompromiss mit den Republikanern zu erreichen. Die führenden
Vertreter der Parteien im Kongress wurden daher für 21.00 Uhr MEZ
ins Weiße Haus eingeladen. Gelingt es nicht, bis zur Silvesternacht
wenigstens eine Übergangslösung zu finden, droht der Sturz von der
sogenannten Fiskalklippe. Das heißt, Anfang des Jahres würden
automatisch Steuererhöhungen und massive Ausgabenkürzungen in Kraft
treten. Experten erwarten inzwischen, dass in den ersten Januartagen
ein Kompromiss zustandekommt. Das wäre noch rechtzeitig genug, um
negative Auswirkungen auf die Finanzlage der Bürger und die
Wirtschaft zu vermeiden.
"Am Markt wird von dem Treffen heute erwartet, dass die
Demokraten versuchen werden, denjenigen Teil des Gesetzes
durchzubringen, der den größten Bevölkerungsteil abdeckt, also all
jene mit einem Verdienst von bis zu 250.000 US-Dollar", sagte
Analyst Joshua Mahony von Alpari.
Unter den Einzelwerten waren die Aktien von Hewlett-Packard
schwächster Wert im Dow mit minus 2,64 Prozent.
Das US-Justizministerium schaltet sich in den möglichen Betrugsfall
bei der milliardenschweren Übernahme der britischen Software-Firma
Autonomy durch die Amerikaner ein. Auch die Bundespolizei FBI soll
schon ermitteln. HP bezichtigt das alte Autonomy-Management, die
Bilanzen geschönt und damit den Preis in die Höhe getrieben zu
haben. Der Computer-Hersteller hatte im vergangenen Jahr mehr als
zehn Milliarden Dollar für Autonomy gezahlt und im November 8,8
Milliarden Dollar abgeschrieben.
Die Aktien der größten US-Baumarktkette Home Depot büßten 0,88 Prozent ein. Händler verwiesen auf einen
drohenden Streik amerikanischer Hafenarbeiter an der Ost- und
Golfküste, falls es bis zum 30. Dezember keine Einigung in den
laufenden Tarifverhandlungen gibt. Dadurch könnte es Lieferprobleme
vor der lukrativen Gartensaison geben.
Im Nasdaq 100 gaben die Anteilsscheine von Expedia einen Teil ihrer etwas mehr als vierprozentigen
Vortagesgewinne wieder ab. Sie verloren 0,76 Prozent. Am Donnerstag
hatte die Ratingagentur Moody's mitgeteilt, dass die
Trivago-Akquisition keine Auswirkung auf das "BA1"-Kreditrating des
Online-Reisebüros habe. Favorit im Auswahlindex war die Aktie von
Research In Motion (RIM) mit plus 1,87 Prozent.
Am Freitag vergangener Woche waren die Titel des angeschlagenen
Blackberry-Herstellers allerdings um 23 Prozent eingebrochen,
nachdem Äußerungen von Unternehmenschef Thorsten Hein Befürchtungen
ausgelöst hatten, die Erlöse durch Service-Gebühren könnten künftig
deutlich sinken./ck/he
ISIN US2605661048 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0124 2012-12-28/16:54