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15.02.2013 | 12:19
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HVB onemarkets·Mehr Nachrichten von HVB onemarkets

Neue Energiemärkte im Blick


E.ON behauptet sich auf dem stark veränderten Energiemarkt und stellt sich strategisch neu auf. Seinen Gewinn will der Energiekonzern künftig vor allem durch die Erschließung neuer Märkte und durch ein Effizienzprogramm steigern. Analysten sind optimistisch gestimmt.

"E.ON Türkiye'ye gidiyor" – mit diesen Worten begann im Dezember des vergangenen Jahres eine Schlagzeile im Handelsblatt. Die Übersetzung folgte in derselben Zeile: "E.ON geht in die Türkei". Mit dem Markteintritt in der Türkei macht der Energiekonzern einen weiteren Schritt auf seinem Weg zur Erschließung neuer Märkte. Zusammen mit dem türkischen Finanz- und Industriekonglomerat Sabanci will E.ON Anfang dieses Jahres die Partnergesellschaft EnerjiSA gründen. Ehrgeiziges Ziel des Joint Ventures ist es, bis 2020 ein Zehntel des türkischen Strommarktes mit eigenen Gas-, Wind- und Wasserkraftwerken abzudecken. "Mit der vereinbarten Transaktion verschaffen wir uns eine hervorragende Plattform für wertschaffendes Wachstum außerhalb unserer bestehenden europäischen Märkte", sagte der E.ON-Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Teyssen im Dezember auf einer Pressekonferenz.

Das Investment könnte sich lohnen. Denn das Pro-Kopf-Einkommen in der Türkei ist vergleichbar mit dem in europäischen Ländern. Allerdings verbraucht das Land am Bosporus nur ein Drittel so viel Energie wie die europäischen Industrieländer. Angesichts des Wirtschaftswachstums in der Türkei, das der Internationale Währungsfonds für 2013 auf 3,5 Prozent beziffert, gibt es dort also noch enormes Potenzial. Längst produziert und verkauft der E.ON-Konzern seinen Strom nicht nur in Deutschland und Europa. Vor dem Türkei-Deal schloss E.ON einen Vertrag mit dem brasilianischen Unternehmen MPX. Wie die Türkei ist auch Brasilien ein interessanter Wachstumsmarkt. Damit das boomende Land seine Energieversorgung weiterhin sicherstellen kann, muss die Erzeugungskapazität bis 2020 um 60 Gigawatt steigen. Ein Drittel davon soll künftig das brasilianisch-deutsche Joint Venture bereitstellen. Damit wäre es eines der größten privaten Energieunternehmen Brasiliens.
Im vergangenen Jahr hat E.ON zudem seine Kooperation mit dem russischen Konzern Gazprom, dem weltweit größten Erdgasförderer, gefestigt und sich über künftige Lieferverträge geeinigt. Neuverhandlungen von Lieferverträgen mit Gaslieferanten waren auch ein wichtiger Grund, weshalb E.ON in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres den Gewinn vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) gegenüber dem Vorjahreswert um rund 2,3 Milliarden Euro auf 8,8 Milliarden Euro steigern konnte. Aufgrund der guten Gewinnaussichten, die E.ON im November bekannt gab, beließ der Konzern seine Dividende bei 1,10 Euro. Zuvor gab es Gerüchte, die Gewinnausschüttung könnte um 0,30 Euro sinken.

 

E.ON blickt nach vor

Mittelfristig gesehen blickt E.ON allerdings weniger rosigen Zeiten entgegen und sprach bei Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal eine Gewinnwarnung für die Jahre 2013 bis 2015 aus. "Vor dem Hintergrund der erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten und strukturellen Änderungen des Sektorumfelds erscheint der bisherige Ausblick für das Jahr 2013 nicht erreichbar", so die Begründung des Konzerns. Auch für 2015 müssten die Prognosen noch einmal überprüft werden. Wer sich für ein Investment im Energiesektor interessiert, sollte E.ON trotzdem im Auge behalten. Denn der Konzern befindet sich in einem spannenden Wandel. Seit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima musste E.ON die beiden Atomkraftwerke Isar 1 und Unterweser stilllegen. Vier weitere Kraftwerke wird der Energiekonzern bis 2022 vom Netz nehmen. Vor der Katastrophe hatte das Unternehmen mit den Kraftwerken noch hohe Gewinne verzeichnet. Da diese Einnahmen weggebrochen sind, musste sich E.ON auf dem fundamental veränderten Energiemarkt neu  ausrichten. Um sich für die Zukunft besser aufzustellen, will E.ON zum einen Schulden abbauen. Über die Hälfte seiner Überschüsse möchte das Unternehmen dafür einsetzen. Zum Ende des dritten Quartals 2012 betrugen die Schulden 35,6 Milliarden Euro – immerhin 800 Millionen weniger als im gleichen Berichtszeitraum 2011.

PreviewQuelle: onemarkets Magazin HypoVereinsbank, Februar 2013


Den Rest der Gewinnüberschüsse verwendet E.ON für Investitionen in erneuerbare Energien und die Erschließung neuer Märkte außerhalb Europas. Auf seiner Homepage schreibt das Unternehmen, dass es sich von einem "primär europäischen Energieversorger zu einem globalen, spezialisierten Anbieter von Energielösungen" entwickeln möchte. Die Markteintritte in der Türkei und Brasilien zeigen, dass E.ON mitten in der Umsetzung dieser Strategie steckt. Und die Neuerschließungen sind noch nicht beendet: Als Nächstes will der Konzern versuchen, im indischen Markt Fuß zu fassen und dazu sowohl in Gaskraftwerke als auch in erneuerbare Energien investieren. E.ONs strategische Ausrichtung sieht vor, dass bis 2015 ein Viertel des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Übersee generiert werden soll. Für die außereuropäischen Märkte ändert E.ON die Strategie: Während das Unternehmen früher darauf Wert legte, Energieanlagen vollständig selbst zu besitzen, setzt es im Ausland nun auf "innovative Partnerschaften". Die Finanzkraft des Konzerns soll dabei als Türöffner im neuen Markt dienen und erste Investitionen erleichtern. E.ON verspricht sich davon, in den neuen Märkten schneller wachsen zu können. Die Internationalisierung spiegelt sich auch in der Firmenbezeichnung wider. Als viertes DAX®-Unternehmen wird E.ON als europäische Aktiengesellschaft geführt. Hinter dem Namen steht deshalb nicht mehr die Abkürzung AG, die kennzeichnet, dass es sich um eine deutsche Aktiengesellschaft handelt, sondern das Kürzel SE für den entsprechenden lateinischen Begriff Societas Europaea. Die Umwandlung wurde im November 2012 nach nur einem halben Jahr Vorbereitung vollzogen. "Wir haben die Umwandlung in eine SE in sehr kurzer Zeit durchgeführt", sagt E.ON-Chef Johannes Teyssen. "Dies zeigt einmal mehr, dass E.ON komplexe Vorhaben sehr zielstrebig umsetzen kann."

Das gilt auch für den Heimatmarkt Deutschland, den E.ON trotz der Internationalisierungspläne nicht aus dem Blick verliert. Auch hier weiß das Unternehmen, wie es Vorhaben zielstrebig umsetzen und rasch Gewinne realisieren kann. So plant der Energiekonzern Offshorewindparks und verkauft diese nach Inbetriebnahme komplett oder teilweise. Voraussetzung für einen Bau ist, dass das Projekt eine Verzinsung erzielt, die in der Regel bei 2,5 Prozent und damit über den Kapitalkosten liegt.

Effiziensprogramm "E.ON 2.0"

Der Konzern versucht nicht nur, neue Einnahmen zu genieren, sondern erhöht das Gewinnpotenzial auch durch Drehen an der Kostenschraube. Das Unternehmen hat dazu ein Effizienzprogramm mit dem Namen E.ON 2.0 aufgelegt, das unter anderem die Streichung von 11.000 Arbeitsplätzenvorsieht. Weltweit beschäftigte E.ON im vergangenen Jahr mehr als 78.000 Mitarbeiter. Durch Einnahmesteigerungen und Kosteneinsparungen will der Konzern ab 2013 eine Leistungssteigerung in Höhe von 600 Millionen Euro erreichen. Dass sich solche Effizienzprogramme positiv niederschlagen, beweisen die Ergebniszahlen vom dritten Quartal. Das Effizienzprogramm "E.ON 2.0" beginne zu wirken, kommentierte der Konzern. Analysten stufen E.ONs Zukunft tatsächlich optimistischer ein als noch vor ein paar Monaten. Von September bis November des vergangenen Jahres hatte die Aktie 30 Prozent verloren. Die Aktienexperten von Kepler Research gehen davon aus, dass der Kurs seine Talsohle mittlerweile erreicht hat. Aus diesem Grund stuften sie die E.ON-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" hoch. Für Anleger, die davon ausgehen, dass die Aktie der E.ON SE ihr heutiges Niveau hält oder moderat steigert, kann eine Aktienanleihe auf die E.ON SE ein passendes Produkt sein. Unabhängig von der Entwicklung der Aktie erhalten Anleger eine jährliche Zinszahlung. Zudem erfolgt die 100-prozentige Rückzahlung des Nominalbetrags, wenn der Kurs der E.ON-Aktie am Bewertungstag nicht unterhalb des Basispreises von 13,50 Euro liegt. Sollte der Kurs darunterliegen, erfolgt die Rückzahlung in Form von Aktien. Das bedeutet in der Regel einen Verlust.

Von Bonuschance profitieren

Ein Bonus Zertifikat auf die Aktie der E.ON SE kann für Anleger von Interesse sein, die von einem steigenden Kurs der Aktie ausgehen. Fällt der Aktienkurs während des Beobachtungszeitraums zu keinem Zeitpunkt unter die Sicherheitsschwelle, erhalten Anleger zum Laufzeitende mindestens den Bonusbetrag. Sollte die Aktie über dem Bonusniveau notieren, nehmen Anleger vollständig an der Entwicklung teil. Ist der Kurs des Bonus-Zertifikates einmal oder mehrmals unter die Sicherheitsschwelle gefallen, erfolgt die Rückzahlung durch Lieferung von Aktien. Es kommt zu Verlusten. Investoren sollten bedenken, dass Aktienanleihen und Bonus-Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind. Bei einer Insolvenz der Emittentin droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust.

Weitere Infos unter: www.onemarkets.


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