Die US-Börsen sind an Freitag im
Handelsverlauf kaum von der Stelle gekommen. "Derzeit ist kein
Kurstreiber absehbar, der dem Markt noch weiter nach oben verhilft",
sagte ein Beobachter. Weder von Konjunkturdaten noch von
Unternehmenszahlen kamen klare Impulse.
Zuletzt notierte der Dow Jones Industrial 0,04 Prozent
höher bei 13.979,06 Punkten. Damit setzte der Leitindex seine nun
schon gut drei Wochen anhaltende Seitwärtstendenz fort, in deren
Rahmen er jüngst aber immerhin den höchsten Stand seit Oktober 2007
markiert hatte. Auf Wochensicht zeigte er sich minimal im Minus. Für
den marktbreiten S&P-500-Index ging es am Freitag um 0,01
Prozent auf 1.521,24 Punkte nach unten. An der Technologiebörse
Nasdaq verharrte der Composite-Index prozentual
unverändert bei 3.198,67 Punkten. Der Auswahlindex Nasdaq 100
sank um 0,05 Prozent auf 2.770,09 Punkte.
"Die Aktienmärkte haben einen großartigen Jahresauftakt
hingelegt", sagte ein Marktbeobachter mit Blick auf den Dow, der
seit Jahresanfang mehr als sechseinhalb Prozent gewonnen hat. Seit
Ende Januar seien sie aber zum Stillstand gekommen. Für die letzten
drei Wochen weist der Index eine Schwankungsbreite von weniger als
200 Punkten auf, was etwas mehr als einem Prozent entspricht. Auch
die auf den höchsten Stand seit Mai 2012 gestiegene Stimmung in der
Industrie des Bundesstaats New York (Empire State Index) und das von
der Universität Michigan ermittelte, überraschend aufgehellte
Konsumklima gaben dem Markt am Freitag keine deutlichen Impulse.
Allerdings war die Industrieproduktion zuletzt überraschend ein
wenig zurückgegangen.
Außerdem blickten die Anleger auf das Treffen der Finanzminister
und Notenbankchefs der zwanzig wichtigsten Industrie- und
Schwellenländer (G20) in Moskau. Kreisen zufolge weicht der
gemeinsame Erklärungsentwurf zu den Wechselkursen in einer
entscheidenden Passage vom jüngsten Statement der G7 ab. Wie ein
nicht genannter Vertreter der G20 der Nachrichtenagentur Bloomberg
sagte, gebe das Dokument nicht die Auffassung der G7 wider, wonach
Wechselkurse kein politisches Ziel sein sollten.
Die Aktien von Procter & Gamble gaben nach
Zahlen moderat nach. Der Konsumgüterkonzern hatte am Donnerstag nach
Börsenschluss seine erst Ende Januar angehobene Prognose für den
Gewinn je Aktie (EPS) für das laufende Quartal und das am 30. Juni
endende Geschäftsjahr gesenkt. Grund war wie schon am Mittwoch beim
Pharmakonzern Merck & Co. die Gewinnbelastung
durch die Abwertung der venezolanischen Währung Bolivar.
Die Titel von Kraft Foods schafften hingegen
ein bescheidenes Kursplus. Der Lebensmittelkonzern hatte im
Weihnachtsgeschäft einen Umsatzrückgang verkraften müssen, der noch
etwas deutlicher ausfiel als von Experten erwartet. Nach Angaben des
Unternehmens war das Schlussquartal vom Lagerabverkauf geprägt
gewesen. Dagegen gaben die Titel der American International Group
(AIG) moderat nach, nachdem die Familie der
Investorenlegende George Soros ihren Anteilsbestand an dem
Versicherungskonzern per Ende Dezember niedriger beziffert hatte als
noch drei Monate zuvor.
Eine deutlichere Kursbewegung zeigten die Aktien von MetroPCS
Communications mit einem Plus von über anderthalb Prozent.
Der Hedgefonds-Manager und Großaktionär John Paulson sieht die
geplante Übernahme des regionalen Telekommunikationsanbieters durch
die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile USA kritisch und
erwägt daher, auf der MetroPCS-Hauptversammlung gegen den
Zusammenschluss zu stimmen. Paulson begründete seine ablehende
Haltung mit der Sorge, das entstehende Unternehmen halse sich zu
hohe Schulden auf.
Um fast acht Prozent nach oben ging es für die Aktien von
Herbalife , nachdem Großinvestor Carl Icahn bekannt gegeben
hatte, mit 13 Prozent an dem Netzwerk-Vermarkter von Diätprodukten
und Kosmetika beteiligt zu sein./gl/he
ISIN US2605661048 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0198 2013-02-15/20:09