Nach einem freundlichen Handelsstart
haben sich die europäischen Börsen am Mittwoch uneinheitlich
entwickelt. Der EuroStoxx 50 verbuchte gegen Mittag einen
Abschlag von 0,07 Prozent auf 2.660,46 Punkte. In Paris verlor der
Cac 40 0,05 Prozent auf 3.734,06 Punkte. Der Londoner
FTSE 100 legte hingegen um 0,45 Prozent auf 6.407,74
Punkte zu. Am Nachmittag kommen neben dem Verbrauchervertrauen der
Eurozone zudem neue Daten vom US-Häusermarkt. Am Abend warten
Anleger dann mit Spannung auf das Protokoll der jüngsten
US-Notenbanksitzung.
Die Märkte zeigten sich insgesamt weiter robust, nicht etwa,
weil Investoren besonders begeistert seien, sondern weil sie wegen
der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken nach wie vor in Aktien
gehen müssten, sagte Stratege Witold Bahrke von PFA Pension. Vor
Fed-Protokoll dürften übertriebene Kursbewegungen aber ausbleiben,
glaubt der Experte.
Kursaufschläge verzeichnete der Baustoff-Sektor , der
sich mit plus 0,96 Prozent an die Spitze der
Stoxx-600-Branchenübersicht setzte. Schubkraft verliehen gute Zahlen
des Zementproduzenten Lafarge . Die Franzosen profitierten 2012 von einer starken
Nachfrage in den Schwellenländern sowie von Preiserhöhungen. Die
Aktien sprangen mit plus 6,44 Prozent auf den zweiten Platz im
Cac-40-Index und zogen zeitweise auch die Titel anderer
Baustoffhersteller wie HeidelCement mit nach oben.
Chemiewerte legten mehrheitlich ebenfalls zu. Vor allem die
Aktien der BASF und von Bayer waren gefragt.
Akzo Nobel reduzierten ihr deutliches Minus von
mehr als 4 Prozent zuletzt auf nur noch 0,31 Prozent.
Schwächer präsentierte sich dagegen die Telekombranche. Der
entsprechende Index verlor 1,04 Prozent. KPN weiteten in Amsterdam ihre Verluste auf 8,46 Prozent aus,
nachdem die Niederländer vom mexikanischen Großaktionär America
Movil Unterstützung für ihre Kapitalerhöhung bekommen hatten. Bei
France Telecom brach der Gewinn wegen gesunkener Umsätze
und Abschreibungen ein. Nun wollen die Franzosen einen Teil ihrer
gemeinsam mit der Deutschen Telekom betriebenen
Mobilfunktochter Everything Everywhere verkaufen und zudem die
Dividende beschränken. An der Börse gewannen die Titel zunächst
deutlich dazu, drehten zuletzt aber mit 1,50 Prozent ins Minus.
In London verbilligten sich die Anteilscheine von BHP Billiton
nach Zahlen um 2,44 Prozent. Fallende
Rohstoffpreise und ein schwächerer US-Dollar sorgten beim
weltgrößten Bergbaukonzern im zweiten Halbjahr 2012 für einen
Gewinneinbruch. BP gewannen 0,57 Prozent dazu.
Der britische Ölkonzern hat in einem wichtigen US-Prozess wegen der
Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einen Etappensieg errungen. Die
Öl-Menge, für die das Unternehmen belangt werden kann, wurde um
810.000 Barrel gesenkt. Damit fällt die Maximalzahlung um bis zu 3,4
Milliarden Dollar niedriger aus./ajx/ag
ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145
AXC0138 2013-02-20/12:17