Spielend aus der Krise? Die neue Playstation soll Sony helfen, endlich wieder cool zu werden und Geld zu verdienen. Doch die Spiele-Sparte ist nicht die einzige Baustelle des japanischen Elektronik-Riesen.
Der Titel soll noch nicht alles verraten: "The Future of Playstation" nennt der Elektronik-Riese Sony das Event, bei dem er heute Abend wohl vor Journalisten und Fachleuten aus aller Welt die neue Generation seiner Spielkonsole vorstellen wird. Doch der Abend könnte genauso gut unter dem Motto "The Future of Sony" stehen. Denn das neue Gerät muss ein Erfolg werden – ansonsten sieht es für die Zukunft des Konzerns düster aus.
Sony war dank Erfindungen wie dem Walkman und der CD einst die Nummer 1 der Elektronikbranche, doch diese ruhmreichen Zeiten liegen lange zurück. Cool und innovativ sind heute Apple und Samsung. Der japanische Konzern schreibt seit Jahren Verluste, auch im laufenden Geschäftsjahr dürfte es nur wegen eines drastischen Sparkurses knapp in die Gewinnzone schaffen.
Im Februar 2012 übernahm Kazuo Hirai, lange Chef der Konsolensparte, das Ruder. Unter der Devise "One Sony, One Management" will er Sony in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagfertigen Wettbewerber machen.
Knapp ein Jahr später ist die neue Strategie zumindest ansatzweise zu sehen. Sony verkleinert die Produktpalette radikal und baut insgesamt 10.000 Stellen ab, rund sechs Prozent der weltweiten Belegschaft. Auch das früher so wichtige, heute hart umkämpfte TV-Geschäft wird nicht verschont.
Kleine und mittlere LCDs baut der Konzern jetzt gemeinsam mit Toshiba und Hitachi, die Chemiesparte verkaufte er an die staatliche Entwicklungsbank. Und das prestigeträchtige US-Hauptquartier in New York will Sony für 1,1 Milliarden Dollar an die Immobilienfirma Chetrit Group loswerden.
Wo das Unternehmen noch aktiv ist, will es dafür alles richtig machen. Die Produkte sollen innovativer werden, die Entscheidungen schneller fallen. Die Entwicklung der Vollformat-Kamera RX1 begleitete der Chef beispielsweise höchstpersönlich, damit sie den nötigen "Wow-Faktor" hat.
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