Immer wenn es besonders schlecht steht um Opel, verblüfft der Autobauer mit gelungenen neuen Modellen. Jüngstes Beispiel: Der vielfach gelobte Kleinwagen Opel Adam. Leitet der Adam die große Wende bei Opel ein?
Produktionsstart des Kleinwagens Opel Adam im Eisenacher Opel-Werk. GM-Europa-Boss Steve Girsky preist die enorme Bedeutung von Opel für den US-Konzern, Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig gibt sich als flammender Fan der Marke (seine Tochter bekommt zum Examen einen Opel geschenkt), auch die Bürgermeisterin von Eisenach, der Werksleiter sowie Opel-Chef Thomas Sedran kommen zu Wort. Und der eigentliche Star des Tages – der Adam – heimst von den angereisten Journalisten freundliches Lob ein.
Der Stapellauf des Adam am 10. Januar hätte eine richtig runde Sache werden können, hätten die Redner gewusst, wie sie den Namen des hübschen Wägelchens aussprechen sollen: Manche bevorzugten die pseudo-weltläufige, englische Variante "Ädäm", andere blieben in Anbetracht der Tatsache, dass das Auto den vor 175 Jahren geborenen Unternehmensgründer Adam Opel ehren soll, beim deutschen Adam. Die übrigen machten es mal so, mal so. Das amüsante Durcheinander gipfelte in der Aussage, "Firmengründer Ädäm Opel" würde das neue Auto sicherlich mit Stolz erfüllen.
Was soll der neue Flitzer sein? Ein cooler, globaler, MTV-tauglicher Ädäm? Oder so selbstbewusst deutsch wie der weltweit eingesetzte VW-Slogan "Das Auto"? Opel wäre nicht Opel, wenn es dazu eine durchdeklinierte und durchexerzierte Kommunikationsstrategie gäbe. Denn Opel, das ist immer auch eine mehr oder minder große Dosis Chaos. Chefwechsel im Jahrestakt, Strategiewechsel im Zweijahrestakt und das ganze garniert mit wiederkehrenden radikalen Sparprogrammen und Gerüchten über Eigentümerwechsel respektive Insolvenz respektive Abwicklung. ...
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