New York (BoerseGo.de) - "Die zunehmende Ungleichheit bei der Verteilung des Reichtums bedeutet, dass es für die Reichen kein Versteck mehr gibt und dass sich Vorkommnisse wie in Zypern weltweit in mehr Ländern ereignen können, auch in Industrieländern", so der für seine düsteren Prognosen bekannte Finanzexperte Marc Faber. Es wird überall auf der Welt passieren, auch in westlichen Demokratien. Es gibt mehr Menschen, die lieber für das Leben stimmen als für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten. Nach meiner Meinung muss man darauf vorbereitet sein, 20 bis 30 Prozent zu verlieren. Immerhin kann man froh sein, wenn man nicht sein Leben verliert. Wenn man auf die Ereignisse in Zypern schaut, dann werden Menschen mit Geld einen Teil ihres Reichtums verlieren, was entweder durch Enteignung oder höhere Besteuerung geschehen wird. Das Problem besteht darin, dass 92 Prozent des Reichtums nur von fünf Prozent der Bevölkerung gehalten wird. Der Mehrheit der Bevölkerung besitzt keine bedeutenden Aktienpositionen und profitiert nicht vom Anstieg des Aktienmarktes. Sie wird stattdessen durch einen Anstieg der Lebenshaltungskosten betroffen und wir alle wissen, dass das reale Einkommen eines mittleren Haushalts in den letzten Jahren gesunken ist", so Faber.
Ein anderer Umstand, der Faber Sorgen bereitet, liegt darin, dass bei neuen Markthöchstständen eine Reihe von wichtigen Aktien nicht an vorderer Front sind. Er bezieht sich dabei auf Unternehmen wie General Electric, IBM, Federal Express, Intel, Merck oder Oracle, deren Aktienkurse unter dem Januar-Niveau liegen und nur ein Niveau mit den Novemberständen erreichen. Was mich wirklich beunruhigt, ist der Umstand , dass die ausländischen Märkte schlecht gelaufen sind. Die USA sind der einzige Lichtblick", so Faber. Er bezieht sich dabei auf andere Perioden, in denen es nur einen Lichtblick gab und bei denen es ein schlechtes Ende genommen hat. "Ich bin deshalb sehr vorsichtig in Bezug auf den US-Markt. Ich glaube zwar, dass wir noch einen weiteren Anstieg erleben können, dass es aber dann ab Sommer zu einem Crash kommen kann. Bei dem schlechten Ausblick für Europa und dem Abschwung in den Schwellenländern, der sich bei Unternehmen wie Caterpillar und McDonalds niedergeschlagen hat, werden nach meiner Einschätzung die Umsätze weiter enttäuschen, auch könnte es bei den Gewinnen zu einer ziemlich starken Enttäuschung kommen", so Faber.
