Von Isabel Gomez
Hagel- und Flutschäden und die anhaltend niedrigen Zinsen haben dem weltgrößte Rückversicherer Munich Re das dritte Quartal schwer gemacht. Dennoch lagen die Ergebnisse, die teils deutlich niedriger ausfielen als im Vorjahr, über den Erwartungen der Analysten. Die selbstgesteckten Jahresziele bestätigte der Konzern, zudem will das Unternehmen eigene Aktien für 1 Milliarde Euro zurückzukaufen, um überschüssiges Kapital an die Anteilseigner auszuschütten.
Nach Steuern und Dritten hat der Konzern in den drei Monaten mit 636 Millionen Euro rund 40 Prozent weniger verdient als im Vorjahr. Das operative Ergebnis sank im dritten Quartal auf 1,1 Milliarden Euro nach 1,4 Milliarden im Vorjahr. Analysten hatten mit 578 Millionen Euro gerechnet. Für den Rückgang waren unter anderem Schäden in Höhe von 180 Millionen Euro durch Hagelstürme in Deutschland verantwortlich. Belastungen aus dem Verkauf der US-Tochter Windsor Health Care drückten das Ergebnis zusätzlich.
Die Schaden-Kosten-Quote stieg durch die höheren Schäden um rund 5 Prozentpunkte auf 94,3 Prozent. Die Quote misst, ob ein Unternehmen im Versicherungsgeschäft profitabel ist und setzt dafür die durch Schäden entstandenen Kosten ins Verhältnis zu den Prämieneinnahmen. Je niedriger die Quote, desto profitabler ist das Versicherungsgeschäft.
Das Ergebnis der Kapitalanlagen sank aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen. Statt bei 2,2 Milliarden Euro wie im Vorjahr lag das Anlageergebnis im dritten Quartal 2013 bei 2,1 Milliarden Euro. Dennoch entspricht das Ergebnis der Anlagen über die ersten neun Monate einer Rendite von 3,4 Prozent auf Jahressicht.
Für die ersten neun Monate des Jahres fällt die Bilanz insgesamt besser aus, auch wenn das operative Ergebnis mit 3,05 Milliarden Euro fast 20 Prozent niedriger war als im Vergleichszeitraum. Vorstandschef Nikolaus von Bomhard ist dennoch zuversichtlich, dass der Konzern das selbst gesteckte Ziel, einen Nettogewinn von etwa 3 Milliarden Euro zu realisieren, erreichen wird.
Anleger dürfte freuen, dass Munich Re 2013 wieder Aktien zurückkaufen wird. 1 Milliarde Euro aus überschüssigen Kapitalreserven sollen bis zum 30. April 2014 in den Rückkauf eigener Aktien gesteckt werden und somit indirekt den Anlegern zufließen.
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November 07, 2013 02:06 ET (07:06 GMT)
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