Bei dem unter der Energiewende leidenden
Strom- und Gasversorger Eon
Für 2014 erwartet Eon ein um Bewertungseffekte bereinigtes Nettoergebnis in einer Spanne von 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro - diese Kennziffer ist für die Dividendenberechnung wichtig. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll bei 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro liegen. 2013 fiel das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro, der bereinigte Konzernüberschuss lag bei 2,2 Milliarden Euro - das war ein Minus von 46 Prozent. Der Umsatz fiel um 7 Prozent auf 122,5 Milliarden Euro. Als Dividende will das Unternehmen angesichts der Einbrüche nur noch 0,60 Euro je Aktie zahlen, nach 1,10 Euro im Vorjahr.
13 GIGAWATT ZUR STILLLEGUNG
"Vor allem die Auswirkungen politischer Entscheidungen in Deutschland und die damit verbundenen unzureichenden Marktpreise für konventionelle Energien belasten weiterhin die Erzeugung, einen der traditionellen Eckpfeiler unseres Geschäfts", sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen. Das Unternehmen hat wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit von Gas- und Steinkohlekraftwerken beschlossen, 13 Gigawatt (GW) Kapazität zeitweise oder dauerhaft stillzulegen. Das ist mehr als ein Viertel der konventionellen Erzeugungsflotte des Konzerns.
Wegen einer sinkenden Nachfrage sowie eines immer größeren
Ökostromanteils ist der Strompreis im Großhandel in den vergangenen
zwei Jahren von etwa 50 auf zuletzt 35 bis 37 Euro eingebrochen.
Dies hat bei den europäischen Versorgern mit Schwerpunkt auf der
konventionellen Erzeugung zu argen Gewinneinbrüchen geführt. RWE
20 MILLIARDEN AN UNTERNEHMENSTEILEN VERKAUFT
Bei Eon kam hinzu, dass im Vorjahr noch ein Sondereffekt das
Ergebnis aufgebessert hatte. Der Gasriese Gazprom
Investiert hat Eon im vergangenen Jahr abzüglich von Verkaufserlösen mehr als 6 Milliarden Euro, eine gute Milliarde Euro davon floss in die erneuerbaren Energien. Ein großer Batzen ging auch in den Aufbau des Geschäfts in Brasilien, Russland und in der Türkei. In den kommenden Jahren soll weniger investiert werden. Während in diesem Jahr noch rund 5 Milliarden Euro vorgemerkt sind, sollen es in den kommenden zwei Jahren nur noch etwas mehr als vier Milliarden Euro sein. "In unsere neuen Geschäfte investieren wir mit Augenmaß, Risiken halten wir sehr begrenzt", sagte Teyssen. Der Schwerpunkt soll auf dem Verteilnetz sowie bei den erneuerbaren und dezentralen Energielösungen liegen. Auch in das Gas- und Ölfördergeschäft wird Geld gesteckt./nmu/ep/stb
ISIN US3682872078 DE000ENAG999 DE0007037129
AXC0057 2014-03-12/09:27
