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Geldanlage-Brief
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Ultrasonic AG – Börsenkrimi

Die Ultrasonic AG (WKN 856099) ist die deutsche Holdinggesellschaft der Ultrasonic Gruppe. Ultrasonic entwickelt, produziert und vertreibt Sandalen, Slipper und Schuhsohlen und hat eine eigene „Urban Footwear“ Markenkollektion von hochwertigen Markenschuhen für den chinesischen Markt kreiert. Diese unter der eigenen Marke Ultrasonic vertriebene Urban Footwear Kollektion ist speziell für die Bedürfnisse der anspruchsvollen Mittelschicht in Chinas Großstädten konzipiert. Das Markenschuhsortiment reicht von einer „Casual" über eine „Outdoor" bis hin zu einer „Business" Linie, die in Ultrasonic Markenshops zusammen mit ausgewählten Accessoires angeboten werden. Die Produktionsanlagen befinden sich in der chinesischen Provinz Fujian.

Börsenkrimi

Lange Zeit war es ruhig um die chinesische Gesellschaft. Los ging es dann vor wenigen Wochen: Vorstandschef und COO waren offenbar verschwunden. Allein zurückgelassen wurde Finanzchef Chi Kwong Clifford Chan. Aber es geht noch weiter: Auch große Teile der liquiden Mittel in China und Hongkong sind verschwunden. Über die genaue Summe werden keine Angaben gemacht. Die Buchhaltung hat aber herausgefunden, dass das Geld offenbar transferiert wurde. Transferiert, also nicht mehr zugänglich für Ultrasonic. Die deutsche Holding hat noch Zugriff auf einen Betrag im sechsstelligen Eurobereich. Dadurch sind die Zahlungsverpflichtungen zunächst abgedeckt.
Nun, hätte man da nicht schon Erfahrungen mit Youbisheng Green Paper gemacht: Auch hier verschwanden die Manager und das Geld. Die Insolvenz ließ nicht lange auf sich warten.

Die Kursentwicklung

Die Kursentwicklung bei Ultrasonic entspricht dem überraschend negativen Newsflow: Der Kurs brach kurzzeitig von 7 Euro auf 1 Euro ein.

Ultrasonic AG - Kursverlauf

In den letzten Tagen kam es allerdings zu einer Kursverdreifachung auf 3 Euro. Der Grund: Der verschwundene Vorstandschef Wu, der angeblich große Geldsummen unterschlagen haben soll, ist wieder aufgetaucht. Der CEO hat „Sina“ aus China ein längeres Video-Interview gegeben, das angeblich in seiner Heimatstadt im Süden Chinas aufgezeichnet wurde. Darin bestreitet Wu jede kriminelle Intention, er habe kein Geld entwendet. Er habe sich in Hongkong sowie auf den Philippinen aufgehalten. Sein Handy habe er verloren und war daher über die Vorfälle nicht informiert. Allerdings ist weiterhin ungeklärt, wo sich die transferierten Millionen befinden.

Einschätzung

Allein das Auftauchen des CEO rechtfertigt nach unserer Meinung keinen Kursaufschlag auf 3 Euro. Sollten tatsächlich die Gelder wieder auftauchen, würden wir die Aktie nur mit 4 Euro preisen. Denn selbst hier bliebe die Frage offen, wie sich der Vorfall auf das operative Geschäft auswirken wird, also auf die Geschäftskunden, Mitarbeiter, etc. Das heißt, selbst für hartgesottene Zocker wird die Luft nach oben dünn. Das Totalverlustrisiko bleibt allerdings bestehen. Wir empfehlen daher, die Aktie Ultrasonic mit der WKN 856099 bestenfalls zu beobachten.

Aktienkurs:
3 Euro
Aktienanzahl in Mio.: 12,7
Börsenwert in Mio.: 38,1 Euro
WKN: A1KREX

Risikohinweis, Haftungsausschluss
Alle veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältigen Recherchen. Trotz größter Sorgfalt bei der Informationsbeschaffung und Erstellung kann nicht für die Richtigkeit der Daten, Informationen, Charts und Tabellen garantiert werden. Die dargestellten Informationen dienen lediglich der Information der Leser. Die Analysen stellen keinesfalls eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Ausdrücklich weisen wir auf die im Wertpapiergeschäft vorhandenen Risiken hin, bei denen auch ein Totalverlust nicht ausgeschlossen werden kann.

(Quelle: Geldanlage-Brief, Ausgabe vom 24.09.2014, Gastautor: Christian Lohmer, Lohmer Research LR)
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© 2014 Geldanlage-Brief
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