Ein Kapitel Internet-Geschichte geht zu
Ende: Der US-Mobilfunkriese Verizon
Zu AOL gehören auch die Online-Zeitung "Huffington Post" sowie
bekannte Blogs wie "TechCrunch" oder "Engadget". Die Website
"Recode" berichtete von einem möglichen Szenario, bei dem dieses
Mediengeschäft ganz oder in Teilen abgestoßen werden könne - "mit
einem dritten Partner, möglicherweise mit dem deutschen Verlagshaus
Axel Springer
AOL hatte zu seiner Blütezeit als Internet-Provider über 30
Millionen Abonnenten weltweit. Im Jahr 2000 fusionierte AOL im dem
Medienkonzern Time Warner
WECHSELVOLLE GESCHICHTE BEI AOL
Doch der Deal brachte nie den erhofften Effekt und wurde später als gigantischer Fehler bezeichnet. AOL wurde 2009 wieder als einzelnes Unternehmen abgespalten und versuchte seitdem, mit wechselndem Erfolg, Geld mit Online-Werbung zu verdienen. Zugleich sind immer noch rund zwei Millionen Amerikaner als Kunden im Zugangsgeschäft registriert.
In Deutschland profitierte eine Zeit lang der Medienkonzern Bertelsmann erheblich von einer Zusammenarbeit mit AOL. Der damalige Bertelsmann-Vorstand Thomas Middelhoff bewegte den Konzern dazu, früh in AOL zu investieren. Mit dem äußerst lukrativen Deal im Rücken stieg Middelhoff zum Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG auf. 1995 ging AOL Europe mit der Bertelsmann AG das Joint Venture AOL Deutschland ein, das drei Jahre später bereits wieder beendet wurde. Im Jahr 2000 machte Bertelsmann ein spektakuläres Geschäft mit dem Verkauf der Anteil an AOL Europe für mehr als sechs Milliarden Dollar.
AMBITIONEN IM MOBILEN VIDEO- UND WERBEGESCHÄFT
Der US-Mobilfunkriese Verizon unterstreicht jetzt mit dem Zukauf seine Ambitionen im mobilen Video- und Werbegeschäft, für das AOL eine Plattform bietet. Die Übernahme soll im Sommer nach Zustimmung der Regulierer abgeschlossen werden. Die AOL-Aktie schoss zum Start des US-Handels um rund 18 Prozent in die Höhe. Die Papiere von Verizon verloren hingegen gut ein Prozent.
Im ersten Quartal legte der AOL-Umsatz im Jahresvergleich um
sieben Prozent auf 625 Millionen Dollar zu. Der Nettogewinn sank
hingegen um ein Viertel auf nur sieben Millionen Dollar. Die Erlöse
im Werbegeschäft legten dabei um zwölf Prozent zu. Der bisherige
AOL-Chef Tim Armstrong soll das Geschäft der Firma auch nach der
Übernahme weiterführen. Er war 2009 von Google
ISIN DE0005501357 US38259P7069 US92343V1044 US8873173038 US00184X1054
AXC0307 2015-05-12/16:14
