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MÄRKTE EUROPA/Euro mit starken US-Daten weiter unter Druck

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Der fallende Euro hält die Aktienkurse am Dienstagnachmittag weiter auf Trab. Der DAX gewinnt 2,2 Prozent auf 11.856 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 steigt ebenfalls um 2,2 Prozent. Der Euro gibt nach starken US-Konjunkturdaten weiter nach, er fällt bis auf 1,1122 Dollar und damit 3 Cent unter die Hochs vom Montag. Die Zahl der Baubeginne in den USA ist im April um mehr als 20 Prozent gestiegen. Damit ist allerdings auch das Szenario einer US-Zinserhöhung wieder auf dem Tisch, am Rentenmarkt ziehen die Renditen deutscher Zehnjähriger deshalb wieder deutlich an auf 0,62 Prozent.

Am Vormittag waren die Renditen noch kräftig gefallen. Da hatte noch die Europäische Zentralbank die Musik an den Märkten gemacht. Händler sprachen von einem Paukenschlag, mit dem das Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Benoit Coeure, die Finanzmärkte durcheinanderwirbelte. Er hat umfangreichere Anleihekäufe im Mai und Juni durch die EZB in Aussicht stellt. Denn im Sommer erlahmt erfahrungsgemäß der Bondhandel, die Liquidität nimmt ab. Die EZB will jeden Monat für 60 Milliarden Euro Anleihen einsammeln. Nun will sie das Volumen erst einmal erhöhen, damit sie auf ihren Schnitt kommt.

Mit dem kräftigen Anstieg könnte sich die Korrektur der vergangenen zwei Monate dem Ende zuneigen. "Aus charttechnischer Sicht wirkt der Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal für das Chartbild des DAX sehr befreiend", sagt Andreas Paciorek von CMC Markets. Nun sei ein Anstieg über die 12.000er Marke hinaus in die Zone zwischen 12.050 und 12.080 Punkte wahrscheinlich. "Hier könnte es zu einem wichtigen Gefecht zwischen Bullen und Bären kommen", ergänzt der Marktanalyst.

In der zweiten Reihe steigt der TecDAX bereits auf den höchsten Stand seit Mai 2001. Unter den Branchen sind vor allem Automobilaktien gesucht, nachdem diese zuletzt stärker unter der Euro-Erholung gelitten hatten. Renault steigen um 4,8 Prozent, BMW um 3,6 Prozent und VW um 3,4 Prozent - der Branchenindex zieht um 3,1 Prozent an. Bis auf die Rohstoffaktien verzeichnen auch alle anderen Branchen mehr oder weniger deutliche Gewinne, die Rohstoffaktien leiden unter weiter fallenden Eisenerzpreisen.

Am deutschen Aktienmarkt verteuern sich Continental um 3,4 Prozent. Die Hannoveraner übernehmen für 600 Millionen Euro den Softwarehersteller Elektrobit. Der Aktienkurs der finnischen Mutter springt um gut 20 Prozent nach oben. Mit Elektrobit stärke Continental das Softwaregeschäft und zugleich dessen Verzahnung mit dem Automobilsegment, sagt Michael Punzet von der DZ Bank.

Aktien der Merck KGaA sind mit einem Minus von 1,6 Prozent der größte Kursverlierer im DAX. Der Gewinn des Chemie- und Pharmakonzerns liegt um gut 6 Prozent unter der Konsensprognose von Analysten. Daneben geben nur Lufthansa leicht um 0,7 Prozent nach. In London fallen Vodafone um 3,6 Prozent. Der operative Gewinn der Briten ist im vergangenen Geschäftsjahr um knapp 7 Prozent zurückgegangen.

Im TecDAX steigen die Papiere von Aixtron um 6,7 Prozent. Der Zulieferer für die Halbleiterindustrie hat einen Auftrag über mehrere Fertigungsanlagen von einem nicht genannten Kunden erhalten. United Internet hat den Gewinn im ersten Quartal um mehr als 50 Prozent nach oben geschraubt. Der Kurs des Telekommunikationsanbieters legt um 7,3 Prozent zu. Im MDAX fallen die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag um 1,1 Prozent, nachdem die Credit Suisse die Aktien von "Outperform" auf "Underperform" abgestuft hat.

INDEX                  Stand      +-% 
Euro-Stoxx-50       3.669,99   +2,25% 
Stoxx-50            3.484,49   +1,57% 
DAX                11.855,52   +2,25% 
FTSE                6.996,77   +0,40% 
CAC                 5.118,66   +2,12% 
EUREX                  Stand  +-Ticks 
Bund-Future    153,82             +41 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Di, 7.55 Uhr  Mo, 17.55 Uhr 
EUR/USD   1,1146  -1,49%        1,1314         1,1353 
EUR/JPY   134,44  -0,93%        135,70         136,03 
EUR/CHF   1,0441  -0,36%        1,0479         1,0479 
USD/JPY   120,61   0,56%        119,94         119,83 
GBP/USD   1,5516  -0,92%        1,5661         1,5677 
 
Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com 
DJG/hru/cln 

(END) Dow Jones Newswires

May 19, 2015 10:33 ET (14:33 GMT)

Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.

© 2015 Dow Jones News
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