FRANKFURT (Dow Jones)--Die Münchener HypoVereinsbank verliert einen Teil ihrer Eigenständigkeit. Die italienische Muttergesellschaft UniCredit will zentrale Funktionen nach Mailand verlagern, um die Kosten zu drücken, wie UniCredit-Vorstandschef Federico Ghizzoni dem Handelsblatt sagte. "Es gibt einige Möglichkeiten, die Bank schlanker aufzustellen und manche nicht kundenrelevante Funktionen auf der Ebene der Gruppe zu zentralisieren," sagte Ghizzoni im Gespräch mit der Zeitung.
Zehn Jahre nach der Übernahme wolle der Bankmanager damit die Effizienz der deutschen Tochter verbessern. Die HVB habe per Ende Juni für jeden Euro Ertrag 75 Cent ausgegeben, schreibt das Handelsblatt. Die Mutter UniCredit schneide bei dieser Kosten-Ertrags-Relation mit 60 Prozent deutlich besser ab. Was auf die HVB-Mitarbeiter genau zukommt, solle erst in den kommenden Monaten feststehen. Bis zum Jahresende wolle Ghizzoni die Details des neuen Restrukturierungsplans verkünden.
Der Unicredit-Chef erteilte zudem den Hoffnungen vieler HVB-Banker nach einer größeren Selbstständigkeit der Tochter eine Absage. "Wir haben keine Pläne, uns von der HVB zu trennen oder sie an die Börse zu bringen", sagte er der Zeitung. "Das wäre auch ein Fehler, schließlich ist die HVB eine starke Bank in der stärksten Volkswirtschaft Europas. Es wäre also nicht logisch, ausgerechnet diesen Markt zu verlassen."
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September 01, 2015 14:09 ET (18:09 GMT)
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