Essen (ots) - Erst der starke Anstieg der Wohnungseinbruchszahlen, jetzt der Hilferuf einer zusehends überforderten Polizei im Umgang mit kriminellen Clans: Es scheint zurzeit in der Sicherheitslage der NRW-Ballungsräume einiges aus dem Ruder zu laufen. Entgleitet den Ordnungshütern mancherorts die Lage? Der Situationsbericht aus Duisburg lässt wenig Raum für Beschwichtigungen. Im Kampf um zusätzliche Planstellen mag zwar auch mancher Polizeiführer zum Instrument der Dramatisierung greifen, doch welche Behörde räumt ohne Not auf amtlichem Papier die eigene Ohnmacht ein? Nein, Routinekontrollen in bestimmten Ecken von Duisburg, Essen, Dortmund oder Köln sind zu einem unkalkulierbaren Risiko für die Beamten geworden. NRW-Innenminister Jäger mag inzwischen Routine haben im Umgang mit immer neuen Anforderungen: Rocker, Neonazis, Salafisten, Einbrecherbanden, Familienclans - beinahe im Wochenrhythmus soll er ein anderes Kriminalitätsphänomen in den Griff bekommen. Die Furcht der eigenen Polizei vor rechtsfreien Räumen rührt aber ans Selbstverständnis der Staatsmacht.
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