CUPERTINO/WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Konflikt um die Weigerung
von Apple
"Boykottiert Apple, bis sie das Passwort rausrücken", sagte Trump
am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina.
Apple-Chef Tim Cook mache daraus "eine große Nummer, wahrscheinlich
um zu zeigen, wie liberal er ist". Unter manchen Tweets, die Trump
von seinem Twitter-Profil sendet, findet sich allerdings der
Hinweis, er setze dafür ein iPhone ein. Der 69-Jährige stellte aber
rasch klar: "Ich nutze sowohl Apple als auch Samsung
Apple war von einer US-Richterin angewiesen worden, dem FBI beim Entsperren des iPhones zu helfen. Unter anderem soll der Konzern per Software-Eingriff die Funktion abschalten, die alle Daten löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird. Apple sperrt sich dagegen und Cook entgegnet, eine solche Software überhaupt zu entwickeln, würde die Sicherheit für alle schwächen.
Das Telefon war von Syed Rizwan Farook genutzt worden, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang im kalifornischen San Bernardino Dezember 14 Menschen erschoss. Das Paar, das die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützt haben soll, starb in einem Gefecht mit der Polizei.
Der Konzern habe Ermittlern vier Wege vorgeschlagen, wie man Zugang zu Informationen im Telefon bekommen könnte, auch ohne das Passwort zu knacken, sagten ranghohe Apple-Mitarbeiter in einer Telefonkonferenz mit US-Journalisten. Eine der Ideen sei gewesen, es mit einem bekannten WLAN zu verbinden und eine Sicherung der Daten im Online-Speicherdienst iCloud auszulösen. Dabei sei jedoch entdeckt worden, dass jemand das Passwort der dazugehörigen Apple-ID geändert habe, und zwar als das iPhone bereits in der Hand der Behörden war, berichtete unter anderem die Website "Buzzfeed". Damit sei dieser Weg verbaut worden.
Am Freitag stützte das US-Justizministerium mit einem eigenen
Antrag beim Gericht die Forderungen der Bundespolizei FBI. In dem
Papier steht auch, das Passwort der Apple-ID sei in der
Gesundheitsbehörde von San Bernardino geändert worden, der das vom
Attentäter Syed Rizwan Farook genutzte iPhone gehörte. Die
unknackbare Verschlüsselung von Nutzerdaten bei Anbietern wie Apple
oder Google
Im aktuellen Fall stört sich Apple allerdings auch an der rechtlichen Grundlage für die Forderungen. Es ist ein Gesetz aus dem Jahr 1789, das Richtern grundsätzlich erlaubt, alle nötigen Maßnahmen zur Erfüllung des Rechts anzuordnen. Apple warnt, dass mit einem Präzedenzfall auf Basis dieses Gesetzes die Tür für weitreichende Eingriffe in die Privatsphäre geöffnet werden könne./so/DP/zb
ISIN US0378331005 KR7005930003 US02079K1079
AXC0019 2016-02-20/10:50
