BERLIN (Dow Jones)--Während Stromkonzerne und Stadtwerke intensiv an neuen digitalen Angeboten arbeiten, haben ihre Kunden wenig Lust darauf. Mit mobilen Apps für das Smartphone können die Unternehmen bei den Verbrauchern bisher kaum punkten, wie aus einer Umfrage der Meinungsforscher von Yougov hervorgeht.
Nur 18 Prozent können sich demnach vorstellen, über eine App mit ihrem Versorger in Kontakt zu treten. Die große Mehrheit von 71 Prozent steht dem nicht offen gegenüber. E-Mail und Telefon bleiben mit 36 und 34 Prozent mit Abstand die häufigsten Kommunikationswege. Noch können sich die Kunden nicht vorstellen, den Besuch einer Geschäftsstelle durch Video-Telefonie zu ersetzen.
"Investiert ein Energieversorger in mobile Apps, muss er durch gezielte Kommunikation das Interesse der Kunden gewinnen und sie von dem Mehrwert überzeugen", kommentierte Kai Riedel von Yougov die Ergebnisse der Befragung unter 2.000 Teilnehmern. Seiner Einschätzung nach werden E-Mail und Telefon noch lange die wichtigsten Kommunikationskanäle bleiben.
Die Energieversorger, die schwer mit den Veränderungen der Energiewende kämpfen, setzen viel Hoffnung auf neue Vertriebswege. Die Lieferung von Strom könnte in Zukunft als Einnahmequelle in den Hintergrund treten. Entscheidender könnte zum Beispiel die intelligente Steuerung des Stromverbrauchs zu Hause mittels Smartphone werden.
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February 11, 2016 06:28 ET (11:28 GMT)
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