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23.09.2016 | 13:30
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HSH Nordbank·Mehr Nachrichten von HSH Nordbank

In der abgelaufenen Woche waren kräftige Ölpreisschwankungen zu beobachten, was insbesondere auf Äußerungen wichtiger Vertreter der Ölindustrie im Vorfeld des OPEC-Treffens in Algier (Algerien) vom 26.-28.9. zurückzuführen ist. Brent bewegte sich zwischen 45,20 US-Dollar/Barrel und 47,20 US-Dollar/Barrel.

Auftrieb erhielten die Preise durch Äußerungen von Vertretern der algerischen Ölindustrie, dass das zunächst rein informell geplante Treffen der OPEC-Staaten in der kommenden Woche nun ein formales Treffen sein solle. Des Weiteren erwartet der venezolanische Präsident Nicolás Maduro, dass sich die OPEC-Staaten auf eine Produktionsobergrenze zur Stabilisierung der Ölmärkte verständigen werden. Wir halten ein Abkommen der OPEC-Staaten noch immer für unrealistisch. Dies hat u.a. mit den Besonderheiten der US-Schieferölsektors zu tun. So ist in der Schieferölproduktion die Zeitspanne zwischen der Investition und der Förderung wesentlich kürzer als bei herkömmlichen Öl-Projekten. Bei einer Kürzung der Fördermenge, käme es zu einem Anstieg des Ölpreises, das hätte eine steigende Investitionstätigkeit im US-Schieferölsektor zur Folge und eine baldige Angebotsausdehnung. Die OPEC würde nicht nur Marktanteile einbüßen, sie würde auch die Ölpreise auf niedrigem Niveau halten.

Auftrieb erhielten die Preise auch durch den unerwarteten Abbau der US-Rohölreserven um 6,2 Mio. Barrel (Prognose Bloomberg: +3,4 Mio. Barrel). Allerdings lässt dieser starke Rückgang der US-Rohölreserven erwarten, dass dieser in der laufenden Woche wieder wettgemacht wird. Erstens gibt es Nachholbedarf nach den sturmbedingten Rückgängen bei Importen sowie der Off-Shore-Förderung zu Monatsbeginn. Zweitens wird die Raffinerieauslastung nach der Sommerfahrsaison traditionell etwas heruntergefahren (vergangene Woche: -0,9%-Punkte). Dadurch wird die Weiterverarbeitung des Rohöls gedrosselt, was tendenziell zunehmende Rohöllagerbestände zur Folge haben dürfte. Drittens wird sich der Anstieg der US-Ölförderung (Anstieg der vergangenen Woche +19 Tsd. Barrel) vermutlich fortsetzen, was durch die weiter anhaltende Bohraktivität (+2 Bohrköpfe) gestützt werden sollte.

Nichtsdestotrotz zeigen die fundamentalen Daten weiterhin eine Überversorgung der Ölmärkte an. Darauf sollten auch die erneut aufgeflammten Kämpfe zwischen rivalisierenden Gruppen um wichtige Ölhäfen in Libyen keinen nennenswerten Einfluss haben. Die dortigen Produktionsperspektiven sehen wir ohnehin skeptisch, da in dem nordafrikanischen Land durch den Bürgerkrieg wichtige Teile der Ölinfrastruktur zerstört wurden. Eine signifikante Produktionsausweitung setzt nach Meinung der National Oil Corporation of Libya Investitionen in den Wiederaufbau der Produktionsstätten sowie der Hafeninfrastruktur voraus. Wir schätzen das kurzfristige Angebotsausweitungspotenzial auf 100 Tsd. Barrel/Tag. Somit dürfte Libyen am Jahresende ein Produktionsniveau von 400 Tsd. Barrel/Tag erreichen. Optimistischer sind wir für Nigeria. Dort sollen derzeit wieder zwischen 1,5-1,6 Mio. Barrel/Tag gefördert werden, nach nur 1,44 Mio. Barrel/Tag im August. Zum Jahresende könnte die Produktion auf 1,75 Mio. Barrel/Tag gesteigert werden.

Sollten die Teilnehmer des formellen Treffens der OPEC-Staaten in der kommenden Woche mit leeren Händen nach Hause fahren, dürfte das derzeitige Preisniveau von 47,2 US-Dollar/Barrel nicht zu halten sein. Daher halten wir an unserer Brent-Prognose von 44 US-Dollar zum Ende des dritten Quartals fest.


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