Liebe Leserin, lieber Leser,
eine interessante Strategie hat das Unternehmen "Heidelberger Druckmaschinen", kurz "Heidelberger Druck", mit Firmensitz in na-Sie-wissen-schon.
Chart Aktie Heidelberger Druck

Quelle: Finanzen100
Die Gesellschaft hat sich u.a. auf den Bogenoffset-Druck spezialisiert, und das ist nun nicht gerade ein hipper Wachstumsmarkt. Lange Zeit schrieb Heidelberger Druck rote Zahlen, die Performance der Aktie sah gar nicht gut aus. Doch in diesem Jahr gibt es so etwas wie einen Turnaround. Im letzten Quartal wurde gar ein Gewinn pro Aktie vermeldet (bescheidene 3 Cents, aber immerhin Plus). Die Netto-Finanzverschuldung konnte um rund 8 Mio. Euro verringert werden. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, gewissermaßen. Und was macht Heidelberger Druck nun?
Heidelberger Druck möchte 50 Mio. Euro investieren
Die Antwort: Massiv auf Forschung und Entwicklung setzen! So möchte Heidelberger Druck auf dem eigenen Firmengelände in Wiesloch-Walldorf eine "Innovationsschmiede" errichten. Der Startschuss unter dem Beisein der baden-württembergischen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst ist bereits erfolgt. Laut Heidelberger Druck möchte man dort 50 Mio. Euro investieren und rund 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen, um so das - Zitat - "bedeutendste Kompetenzzentrum der Druckbranche" zu schaffen. Eine klasse Sache, doch hat Heidelberger Druck das notwendige Kleingeld? Schließlich hat man gerade so den Turnaround geschafft, und neue Mitarbeiter(innen) in der Forschung erhöhen zwar die langfristigen Aussichten, doch kosten erstmal Geld und erhöhen den Cash Flow nicht unmittelbar. Wie gesagt: Interessante Strategie! Und das meine ich genau so.
Dann der Blick auf Lufthansa:
Wird es bei der Lufthansa im Streit um die Vergütungen der Piloten nun eine schnelle Einigung geben? Noch ist das offen - doch wenn ich mir die Pressemitteilungen von Lufthansa und Vereinigung Cockpit e.V. (VC) anschaue, dann fällt mir auf, dass der Ton inzwischen ein ganz anderer geworden ist. Hieß es Ende November noch z.B. von Seiten der VC, dass es "völlig unverständlich" sei, dass sich ein Tarifpartner "strikt weitert, zumindest ein Angebot vorzulegen auf dessen Basis man verhandeln kann", klangen die jüngsten Verlautbarungen ganz anders. Nachdem die Lufthansa zuletzt ein erhöhtes Angebot vorgelegt hatte, hat die VC nun "um Klarstellung des Angebots zum Vergütungstarifvertrag gebeten."
Meinem Eindruck zufolge ist eine Einigung abzusehen
Die Lufthansa hatte zuletzt eine Erhöhung der Vergütung für 2016 um 2,4% und für 2017 um 2,0% angeboten, zusammen 4,4% Erhöhung. Zudem solle es eine Einmalzahlung geben. Hier könnte nun also eine Einigung greifbar sein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich die Lufthansa-Aktie trotz der jüngsten Streik-Tage ganz gut gehalten hat. Auf Monatssicht liegt die Performance mit aktuell rund +7% immer noch im Plus. Weitergehende Kursgewinne werden aber derzeit wahrscheinlich von der nach wie vor nicht gebannten Streikgefahr behindert.
Und hier noch das Zitat zum Tag: "Was man Tugend nennt, ist oft nur die Unfähigkeit, ein Vergnügen zu fühlen." - Jean-Jacques Rousseau
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein angenehmes Wochenende!
Ihr
Michael Vaupel
