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Hacker sollen Zugriff auf Draghis E-Mail gehabt haben

Von Giovanni Legorano

ROM (Dow Jones)--Die italienische Polizei hat ein Geschwisterpaar verhaftet, das die E-Mail-Konten von Politikern, Unternehmern und Regierungsvertretern gehackt haben soll. Unter den Opfern soll auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sein.

Die Ermittler werfen einem 45-jährigen Finanzberater und Kerntechnikingenieur sowie seiner 49-jährigen Schwester vor, auf private E-Mail zugegriffen und vertrauliche Informationen gestohlen zu haben. Die beiden Geschwister waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, auch nicht ihre Anwälte.

Die E-Mails von Draghi kämen von dessen Konto bei der italienischen Notenbank und stammten vermutlich aus der Zeit, in der Draghi als deren Gouverneur amtierte, sagte Roberto Di Legami, Leiter der Polizeieinheit, die die Ermittlungen leitet. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Draghis Konto bei der EZB gehackt worden sei, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Draghi hatte die italienischen Notenbank von 2006 bis 2011 geleitet.

Hochkarätige Cyberspionage-Operation 
 

Laut der Polizei hatten die Geschwister die mutmaßlich gestohlenen Informationen auf US-Servern gespeichert. Sie seien mit Hilfe des FBI sichergestellt worden. Beide Geschwister lebten in London und Italien.

Die Verdächtigen hätten die E-Mail-Konten gehackt, indem sie sie mit Schadsoftware infizierten. Etwa 18.000 E-Mail-Konten könnten gehackt und mehr als 2.000 Passwörter gesammelt worden sein, sagte Di Legami. Die Polizei habe auch einen Server mit gestohlenen Informationen in Rom beschlagnahmt.

"Wir haben eine echte hochkarätige Cyberspionage-Operation entdeckt", sagte Di Legami und fügte hinzu, die Verdächtigen könnten die Absicht verfolgt haben, "Macht auszuüben und Informationen für Finanztransaktionen aus erster Hand zu sammeln".

Der Bruder, der eine Finanzberatung mit Namen Westlands Securities leitete, habe in der Vergangenheit Millionen Euro verdient und investiert. Die Polizei habe allerdings keine Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Hacking und seinen Gewinnen feststellen können. Seine Schwester scheine eine unterstützende Rolle gespielt zu haben, so Di Legami weiter.

(Mitarbeit: Tom Fairless)

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/sha/apo

(END) Dow Jones Newswires

January 11, 2017 03:36 ET (08:36 GMT)

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