Essen (ots) - Die "beitragsfreie Bildung" als SPD-Wahlkampfschlager könnte in NRW bereits in wenigen Monaten einem herausfordernden Realitätstest unterzogen werden. Wenn im bevölkerungsreichsten Bundesland im kommenden Sommer auf einen Schlag fünf Kita-Betreuungsjahre für eine Kernzeit von 30 Wochenstunden von Gebühren befreit werden, sollte man im Finanzministerium schon mal die Rechner anwerfen.
Zumal das Land ja auch noch für den kommunalen Ausgleich der dann wieder einheitlichen Randzeiten-Elternbeiträge aufkommen will. Von erweiterten Kita-Öffnungszeiten, besserer Betreuungsqualität und fairerer Erzieherinnen-Bezahlung ganz zu schweigen.
Das Ganze läuft unter der Überschrift "soziale Gerechtigkeit", für die man sich gerade als Gutverdiener mit beträchtlichen, teils sogar steuerlich abzugsfähigen Kita-Kosten erwärmen kann. Nur: Wird es je dazu kommen? Bislang fehlen der SPD verborgene Geldquellen und ein Koalitionspartner zur Umsetzung. Die Grünen haben so deutlich wie nie gemacht, dass sie an der Seriosität des Wahlversprechens zweifeln.
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