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21.04.2017 | 13:00
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HSH Nordbank·Mehr Nachrichten von HSH Nordbank

Der Aufwärtstrend der Ölpreise ist vorerst gestoppt. Die Preise der Nordseesorte Brent gaben in dieser Berichtswoche um rund 3 auf 53 US-Dollar/Barrel nach. Die Ölpreisrückgang ist unserer Ansicht nach vor allem auf eine allgemeine Flucht aus Rohstoffanlageklassen getrieben. Der Kern dieses Rohstoff-"sell-offs" wurde von Bedenken über die Rohstoffnachfrage in China und den USA getrieben und damit eines langsamer als erwarteten Abbaus des herrschenden Überangebots an den Märkten. Angeführt wurden die Preisrückgange dabei von Eisenerz, denn chinesische Hütten produzierten im März so viel Stahl wie noch nie zuvor und erhöhten das ohnehin schon enorme Überangebot.

An den Ölmärkten wurde der Preisrückgang durch drei Faktoren bestimmt. Auf der Produktionsseite wurden die Erwartungen an die US-Schieferölindustrie hochgeschraubt. So erwartet die Internationale Energieagentur IEA einen Anstieg der US-Ölfördermenge um 680 Tsd. Barrel/Tag zum Jahresende 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch das US-Energieministerium hat seine Kurzfristprognose für die US-Fracker massiv nach oben angepasst. Im Mai dürften diese mit 123 Tsd. Barrel/Tag den stärksten Monatsanstieg seit Februar 2015 verzeichnen und mit 5,19 Mio. Barrel/Tag das höchste Niveau seit November 2015 erreichen. Auf der Nachfrageseite stand eine Abwärtsrevidierung der Erwartungen für das globale Ölnachfragewachstum durch die IEA zur Buche. Diese erwartet nun in diesem Jahr nur noch ein durchschnittliches Nachfragewachstum von 1,3 Mio. Barrel/Tag, nach zuvor 1,4 Mio. Barrel/Tag. Wir halten dagegen an unserer Wachstumsprognose für die Ölnachfrage von durchschnittlichen 1,5 Mio. Barrel/Tag fest und sehen uns durch die Einschätzung zur der Lage der Weltwirtschaft durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) darin bestätigt. Zum Auftakt der Frühjahrstagung des IWF und Weltbank wurde die Prognose für das globale Wachstum in diesem Jahr von 3,4 auf 3,5 % angehoben. Ein weiteres Mal standen in dieser Woche die Daten zur Lagerhaltung von Rohöl und weiterverarbeiteten Ölprodukten im Fokus der Marktteilnehmer. Rückläufigen Rohöllagerbeständen (-1,134 Mio. Barrel) standen ein erstmaliger Aufbau der Benzinreserven seit Mitte Februar bei gleichzeitigen Anstieg der Kapazitätsauslastung entgegen. Der Anstieg bei der Benzinlagerhaltung hat wohl bei einigen Anlegern die Vermutung aufkommen lassen, dass dies in Kürze zu einem erneuten Aufbau der Rohöllager zur Folge haben könnte und haben somit den Preisrückgang signifikant verstärkt. Denn zunehmende Benzinvorräte führen tendenzielle zu sinkenden Ölpreisen: Dahinter steckt die Intuition, dass zunehmende Benzinvorräte darauf hindeuten, dass Raffinerien auf eine höhere Nachfrage spekuliert haben und somit mehr Rohöl weiterverarbeitet haben. Da die Benzinlager trotz des wochenlangen Abbaus noch immer gut gefüllt sind, könnten Raffinerien die Auslastung der Kapazitäten wieder drosseln. Zunehmende Lagerbestände bei Rohöl und sinkende Preise (wie es eben beobachtet wurde) sind die Folge. Den Druck auf die Preise erhöhte zudem ein erneuter Anstieg von US-Ölimporten aus Saudi-Arabien in der vergangenen Woche. Dies verdeutlicht unserer Ansicht nach, wie groß das Misstrauen ggü. der OPEC noch immer ist.

Die weitere Entwicklung der Ölpreise in den kommenden Wochen wird vor allem davon abhängen, ob es zu einer Verlängerung des OPEC-Abkommens kommen wird. Der Generalsekretär der OPEC, Mohammad Barkindo, sagte auf einer Konferenz, dass die OPEC erst auf ihrem formellen Treffen am 25. Mai über eine mögliche Ausweitung verhandeln wird.

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