Von Christian Grimm
BERLIN (Dow Jones)--Der neue Vorstoß von US-Präsident Donald Trump zum Schutz der heimischen Stahlindustrie beunruhigt die Bundesregierung. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) reagierte mit Unverständnis darauf. "Die vorläufigen US-Maßnahmen im Stahlbereich gegen zwei deutsche Unternehmen geben Anlass zur Sorge", sagte die SPD-Politikerin.
Zypries will das Thema kommende Woche in einem Telefonat mit ihrem US-Amtskollegen Wilbur Ross ansprechen. In vier Wochen wird die Ministerin außerdem bei ihrem Antrittsbesuch in Washington erneut Gelegenheit haben, den Stahlstreit aufs Tapet zu bringen.
Trump lässt ab sofort prüfen, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit beeinträchtigen. Ist dies der Fall, könnten Einfuhren erschwert werden. Er hatte am Donnerstag ein entsprechendes Dekret unterschrieben. "Stahl ist entscheidend sowohl für unsere Wirtschaft wie auch unser Militär", sagte er bei der Unterzeichnung eines Memorandums.
Die beiden deutschen Stahlhersteller Salzgitter AG und Dillinger Hütte befinden sich bereits länger auf dem Radar der US-Regierung. Ihnen wird Dumping vorgeworfen, was beide Unternehmen zurückweisen. Sie haben ihre Lieferungen betroffener Produkte in die USA eingestellt.
Zypries stellte sich hinter beide Firmen. "Wir halten die angewandte Berechnungsmethode für problematisch und stehen dazu mit der Europäischen Kommission in engem Kontakt", erklärte die Wirtschaftsministerin. Die EU-Kommission ist bereit, vor der Welthandelsorganisation (WTO) gegen den Beschluss zu klagen, sollte er in Washington tatsächlich gefällt werden. Mitte Mai wird mit einer Entscheidung gerechnet.
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April 21, 2017 08:53 ET (12:53 GMT)
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