Von Thomas Rossmann
NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street dürfte mit moderaten Abgaben in den ersten Handelstag nach dem langen Wochenende starten. Am Montag waren wegen des "Memorial Day" in den USA die Börsen geschlossen geblieben. Nach einer guten Berichtssaison für das erste Quartal fragen sich derzeit die Investoren, wie lange der Marktoptimismus und die niedrige Volatilität noch anhalten werden. Einige Analysten zeigen sich durchaus besorgt. So würden einige Bereiche, wie der Automobil-Sektor, nach Jahren einer guten Entwicklung bereits erste Warnsignale aussenden.
Aktuell liegt der Future auf den S&P-500 mit 0,2 Prozent im Minus und deutet damit auf eine knapp behauptete Eröffnung hin. In der vergangenen Woche hatten sowohl S&P-500 als auch Nasdaq-Composite neue Rekordstände erreicht. Technische Analysten deuten dies als Indiz, dass der Aufwärtstrend weiter intakt ist.
Für Impulse könnten die noch anstehenden US-Konjunkturdaten sorgen. Die persönlichen Einnahmen und Ausgaben für April trafen bereits exakt die Erwartungen den Marktes. Vor der Eröffnung folgt noch der Case-Shiller-Hauspreisindex für März. Zudem steht der Index des Verbrauchervertrauens für Mai im Fokus. Bei der Bekanntgabe eine halbe Stunde nach der Startglocke wird mit einem leichten Rückgang auf 119,0 nach zuvor 120,3 gerechnet.
Zudem wird sich im weiteren Verlauf Fed-Gouverneurin Lael Brainard bei der New York Association for Business Economics äußern. Brainard ist stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der US-Notenbank.
Euro erholt sich von zwischenzeitlichen Abgaben
Der Euro stand zwischenzeitlich deutlich unter Abgabedruck und fiel im Tagestief bis auf knapp 1,11 Dollar zurück. Mittlerweile hat die Gemeinschaftswährung ihre Abgaben allerdings mehrheitlich wieder aufgeholt. Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank sieht mehrere Faktoren für aufkommenden Gegenwind im Euro. Aussagen des ehemaligen italienischen Premierministers Matteo Renzi ließen Neuwahlen noch in diesem Jahr als möglich erscheinen, was die Risikostimmung in den kommenden Monaten beeinflussen dürfte. Dominierender Impulsgeber sei jedoch vorerst die Geldpolitik. Nach der Rede von EZB-Chef Mario Draghi vor dem EU-Parlament dürfte nun "auch dem letzten Zocker klar sein, dass eine Wette auf eine überraschend falkenhafte EZB auf ihrer Sitzung kommende Woche gewagt ist". Aktuell notiert der Euro bei 1,1161 Dollar.
Wenig Bewegung gibt es dagegen am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere zeigt sich mit 2,25 Prozent auf dem Niveau vom Freitag. Der Goldpreis gibt einen Teil der Gewinne vom Freitag wieder ab. Der US-Settlementpreis hatte zum Wochenausklang auf dem höchsten Niveau seit Ende April gelegen. Übergeordnet bleibe die Nachfrage für den "sicheren Hafen" mit der Nordkorea-Krise aber weiter bestehen, heißt es von Teilnehmern. Der Preis für eine Feinunze reduziert sich um 0,5 Prozent auf 1.260 Dollar.
Bei den Ölpreisen bleibt die Entwicklung weiter volatil. Die leichte Erholung vom Freitag, nach dem Einbruch im Anschluss an das Opec-Treffen, scheint schon wieder vorbei zu sein. Das Erdöl-Kartell hatte am Donnerstag mit der weithin erwarteten Verlängerung der Fördermengendrosselung für Enttäuschung bei etlichen Teilnehmern gesorgt. Hier wurden weitere Maßnahmen erwartet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI verliert 0,8 Prozent auf 49,42 Dollar. Für Brent geht es um 1,4 Prozent auf 51,56 Dollar nach unten.
PPG mit Entwicklungen bei Akzo Nobel im Fokus
Der aktivistische Investor Elliott Management hat im Streit um die Absetzung des Aufsichtsratschefs von Akzo Nobel vor Gericht eine Schlappe eingesteckt. Damit steigt der Druck auf den US-amerikanischen Akzo-Konkurrenten PPG Industries, ein feindliches Angebot für den niederländischen Farben- und Spezialchemiehersteller zu unterbreiten, oder aber seine monatelangen Übernahmeversuche aufzugeben. Akzo Nobel hatte Anfang Mai die dritte, nachgebesserte Offerte in Höhe von rund 24,6 Milliarden Euro abgelehnt. Die Titel von PPG sind vorbörslich noch nicht aktiv.
Die Aktien von Amazon und Alphabet haben weiterhin die Marke von 1.000 Dollar im Blick. Beide Papiere könnten erstmals dieses Niveau erreichen. Amazon waren am Freitag im Tageshoch bis auf einen Dollar an die Marke herangerückt, für Google betrug der Abstand noch vier Dollar. Im vorbörslichen Handel gewinnen Amazon 0,3 Prozent auf 998 Dollar, die Aktie der Google-Mutter Alphabet steht bei 993 Dollar.
"Die Technologiewerte sind die Outperformer an den Aktienmärkten", sagt Alexander Hirsekorn von Wellenreiter-Invest. Der bisherige Jahresgewinn des S&P-500 stamme zu einem Drittel von lediglich fünf Aktien, die alle aus dem Technologiebereich kommen: Apple, Amazon, Facebook, Microsoft und Google/Alphabet.
=== US-Anleihen Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD 2 Jahre 1,30 0,0 1,30 9,5 5 Jahre 1,79 0,2 1,78 -13,8 7 Jahre 2,07 0,6 2,06 -18,0 10 Jahre 2,25 0,1 2,25 -19,6 30 Jahre 2,91 -0,5 2,91 -16,0 DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:26 Mo, 17:15 % YTD EUR/USD 1,1161 +0,46% 1,1110 1,1181 +6,1% EUR/JPY 124,06 +0,66% 123,24 124,43 +0,9% EUR/CHF 1,0901 +0,04% 1,0896 1,0907 +1,8% EUR/GBP 0,8672 -0,02% 0,8674 1,1488 +1,7% USD/JPY 111,18 +0,26% 110,89 111,29 -4,9% GBP/USD 1,2869 +0,45% 1,2812 1,2844 +4,3% ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 49,42 49,99 -0,8% -0,38 -12,9% Brent/ICE 51,56 52,29 -1,4% -0,73 -12,0% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.260,20 1.266,98 -0,5% -6,78 +9,4% Silber (Spot) 17,28 17,40 -0,7% -0,12 +8,5% Platin (Spot) 941,35 956,50 -1,6% -15,15 +4,2% Kupfer-Future 2,55 2,57 -0,7% -0,02 +1,2% ===
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May 30, 2017 08:52 ET (12:52 GMT)
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